Funktionen der Almwirtschaft, Integralprojekte

Die Almbewirtschaftung diente früher hauptsächlich bäuerlichen Zielen. Genannt seien die Erweiterung des Futterangebotes und des Viehstandes, Senkung der Aufzuchtkosten, Brechen der Arbeitsspitzen am Heimhof, Verbesserung der Tiergesundheit sowie die Erzeugung höchstwertiger LEBENSmittel.

Neben diesen zahlreichen Nutzfunktionen der Viehalpung für die Landwirtschaft weisen die Almen heute aber zusätzlich Funktionen auf, die weit über den bäuerlichen Bereich hinausgehen und deren Bedeutung für die Gesamtbevölkerung laufend steigt. Die Attraktion des Landschaftsbildes wird durch Offenhaltung des Geländes und durch bewirtschaftete und mit Vieh bestoßene Almen sehr stark angehoben.

Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Artenvielfalt von Pflanzen und Tieren in der Almregion äußerst hoch ist bedingt durch verschiedene an Gelände, Boden- und Wasserverhältnisse angepasste Nutzungsintensitäten, durch den vielgestaltigen Wechsel von Weiden, Sträuchern und Baumgruppen sowie wertvollen Biotopen.

Geborgenheit ausstrahlende Hütten und weidendes Vieh inmitten weitläufiger Almen vermitteln dem Erholungssuchenden ein Erlebnis der Sinne abseits des Alltags. Die Anwesenheit von Almpersonal, der Genuss von Almprodukten und die gelebte Almkultur sind besondere Anziehungspunkte.

Gesundheitliche Aspekte für Mensch und Tier

Ökonomische Funktionen

Globale Funktionen der extensiven Alm- und Grünlandnutzung durch Rinder

In Zukunft wird bei steigender Weltbevölkerung, der Energieverknappung und dem drohenden Klimawandel sowohl die ausreichende Erzeugung hochwertiger Lebensmittel als auch die Berücksichtigung aller Nachhaltigkeitskriterien immer wichtiger.
Bio-Landbau und Almwirtschaft bieten faszinierende Zusammenhänge, die in Zukunft intelligent vernetzt werden könnten. In Österreich umfasste die Bio-Almfutterfläche 2009 fast ein Viertel der gesamten Almfutterfläche. Es lässt sich feststellen, dass ein sehr hoher Prozentsatz aller Almen an der ÖPUL-Maßnahme "Alpung und Behirtung", die ja wesentliche Elemente der EU-Bio-Verordnung beinhaltet, teilnimmt und deshalb eine Bio-Zertifizierung auf weiteren Almen ohne größere Schwierigkeiten durchgeführt werden könnte.

Erholungs- und Wohlfahrtsfunktionen

Der besondere Reiz der belebten Almregion an der Grenze zur Naturlandschaft, die Verköstigung von frischen, unverfälschten Lebensmitteln, das Erleben aller Urelemente, die absolute Stille abseits vom Trubel im Tal sind Erlebnisse, die es sonst auf der ganzen Welt sehr selten gibt.

Ökologische Funktionen

Schutzfunktionen

Schutz durch Abweiden des Pflanzenbestandes/Verhinderung von Elementarschäden, wie:

Der Alm- und Bergbauer trägt insgesamt eine kaum hoch genug einzuschätzende Verantwortung für die Lebensmittelqualität und die Sicherung der Lebensgrundlagen in der sensiblen Bergregion. Dabei besteht eine relativ große Entscheidungsvielfalt bei der Wahl der Bodenbedeckung, dem Weide- und Düngungsmanagement und der Gestaltung der Kulturlandschaft. Die neue Bildungsinitiative "Multifunktionale Almwirtschaft" der Landwirtschaftskammer Österreich trägt mit Zertifikationslehrgängen und Weiterbildungen dazu bei, den Bildungsstand der Almbauern zu erhöhen. Eine Zertifikationsausbildung für Inhaber von Baufirmen und Baggerfahrer sollte für den fach- und umweltgerechten Einsatz von Maschinen und Geräten im Bergraum verpflichtend eingeführt werden.

Sozio-kulturelle Funktionen

Die im Bergraum vorhandenen Wohlfahrtsfunktionen beeinflussen sehr stark die Nutzfunktionen und diese wiederum je nach Ausübung und Gestaltung der vier Säulen der Almwirtschaft (Weide, Tiere, Almeinrichtungen, Almpersonal) die weiteren öffentlichen Funktionen, siehe Grafik "Art der Bergland- und Almbewirtschaftung"

Verfügbare Unterlagen

Bildergallerie

Einfluss der Berglandbewirtschaftung auf die Ausprägung der Funktionen Jungvieh auf der Waldweide saubere, ionenreiche Luft auf den Almen attraktive Almlandschaft gealptes Jungvieh bringt später höhere Milch- und Lebensleistungen Tierfreundliche Haltung selektive Futteraufnahme bringt hochwertige Almprodukte Pferde nehmen auch saures Futter auf oder sind gute Koppelputzer Schafe sind gut geeignet für steile Weiden oder ehemalige Bergmähder - harmonieren auch mit Wildtierenn Almschweine ideale Molkenverwerter auf Sennalmen bewirtschaftete Almen schaffen die Voraussetzung für die Jagdwirtschaft saubere Bäche auf Almen einfache Hütte an den Stall angebaut (kombiniertes Almgebäude) ideale Symbiose zwischen Almwirtschaft und Liftgesellschaften frische, natürliche Almprodukte Jury bei der Almkäseolympiade in Galtür Präsentationsstand in Galtür Möglichkeit zur Verkostung und dem Kauf eines hochwertigen Naturproduktes Verkaufsladen auf einer Alm Nebeneinkommen durch Bienenhaltung auf der Alm - zb Almrosenhonig Der Flug auf den Mond zeigte die Zerbrechlichkeit des Blauen Planeten innige Kontakte auf der Alm Wanderung durch Almlandschaften mit Baumgruppen Alm nach Waldweideneuordnung in Brandenberg St.Johann im Pongau mit offener Landschaft Fotomontage: St. Johann ohne Bergbauern Almerlebnis für Kinder mit Murmeltierbau attraktiver Alm-Wanderweg mit Spielgeräten im Berner Oberland in Kombination mit Öko- und Pistenflächen Sind Strandkörbe auf Almen sinnvoll? mit Pferdekutsche zur nächsten Alm am Goserer-See Nebeneinkommen mit Kutschenfahrten im Winter abgezäunte Feuchtfläche nach Waldweideneuordnung auf der Baumbach-Alm in Tirol Frühlingsboten auf der Alm Waldweideneuordnung auf der Guffert-Alm, ursprünglich dichter Wald Biotop im Bergraum Sanierung kleiner Erosionsherde oder von Lawinenresten verhindert größere Elementarschäden Weide- und Waldflächen im Wechsel Soziokulturelle Funktion auf Almen im ersten Stock dem Himmel näher Kreuz oder Kapelle auf jeder Alm Almabtrieb mit geschmückten Tieren nach unfallfreiem Sommer Indische Filmteams drehen gern in den Alpen Mystische Almlandschaft auf der Äußeren Feldalm, Wildschönau, Tirol Almwanderungen von Studenten erweiten den Horizont