Weidewirtschaft, Waldweideordnung

Die Art der Almbeweidung stellt ein zentrales Thema in der Almbewirtschaftung dar und beeinflusst sämtliche Funktionen in der sensiblen Bergregion. Die Almflächen sind meist sehr vielfältig mit verschiedenen Pflanzengesellschaften ausgestattet, abhängig von Standort-, Klimafaktoren und vor allem der Bewirtschaftung mit dem Weide- und Düngungsmanagment.

Dr. Dietl hat den Begriff des abgestuften Düngungsmanagmentes geprägt. Dabei spielen Klima-, Boden- und Standortsfaktoren (Exposition, Neigung, Entfernung zu den Almgebäuden, Erschließung usw.) eine große Rolle.

In den letzten hundert Jahren haben sich neben der starken Abnahme des Almpersonals entscheidende Änderungen bei den Tiergewichten und den Leistungsanforderungen (Zuwachs, Milchleistung) vollzogen. Bei Erstellung der Servitutenregulierungsurkunden Ende des 19. Jahrhunderts wurden bei den erwachsenen Rindern Tiergewichte von rund 300 bis 500 kg und Milchleistungen von maximal 5 bis 10 kg Milch pro Tag festgestellt die sich in etwas mehr als hundert Jahren erhöhten auf Tiergewichte von 500 bis 750 kg und Milchleistungen von teilweise mehr als 20 kg Milch pro Tag auf der Alm.

Die Artenvielfalt der Weiden und das selektive Fressverhalten der Tiere im meist gesunden Höhenklima bewirken die hohe Qualität von Almprodukten wie Fleisch Milch und Milchprodukte, siehe auch Kapitel Funktionen.

Verfügbare Unterlagen

Bildergallerie

Waldgrenzkarte im Alpenraum verschiedenes Vegetationsstadium auf der Sonn- und Schattseite Dr. Bohner der Boden- und Pflanzenexperte typischer flachgründiger Almranker Fettweide für Milchkühe Weidekoppeln erleichtern die Behirtung, erhalten einen hochwertigen Pflanzenbestand und ermöglichen eine lange Weidezeit Milchkrautweide mit Wiesenfrauenmantel Nach Rodungen durch Astwerk kaum Weidefutter auf Einforstungsflächen Ampferlegerflora um die Almgebäude weisen auf schlechte Wirtschaftdüngersammlung hin Lägerflora verschlechtern die früher besten Weideflächen und deuten auf ungenügende Koppelung bzw. 24-Stundenweide hin giftiges Alpenkreuzkraut Schwendarbeiten im Hintergrund Waldweideneuordnung: links Stockrodung mit Fettweide rechts alter Bodenbewuchs Waldweideneuordnung mit Baumgruppen mit Baumstöcken übersäte Weidefläche Waldweideneuordnung, Weidefläche nach 5 Jahren Unterbestoßung und Standweide Nassweide lässt sich kaum verbessern und sollte aus ökologischen Gründen extensiv bewirtschaftet werden Biotopfläche mit Wollgras Almrosenbestand im Hintergrund Schipiste Almrosen verkleinern die Futterfläche Latschen wachsen in die Weideflächen, sinnvolles Schwenden der guten Standorte hochwertige Saumbiozönosen auf Waldweideflächen reizvoller Wechsel von Wald- und Weideflächen ohne Pflege verbuschen die Almflächen Schlagabraum nach Rodungen verhindern die Beweidung Jungviehweide auf steileren Standorten Kuhweide auf den besten Flächen unbehornte Pinzgauerin auf extensiver Weide Pferde fressen auch saure Gräser, eignen sich auch zum Schafe beweiden bis 80 % steile Flächen ohne Narbenschäden Maiensäße in Vorarlberg, zwischen Heimhof und Alm, Mahd im Sommer Aste im Zillertal, Mahd im Sommer, Beweidung im Herbst, Fütterung teils bis Weihnachten Aste und vielfältige Bergwiese Hochlegerfläche stein- und blütenreich östliches Zillertal mit Tal-, Bergbauern, Asten und Almen, auf steileren Flächen der Wald bewachsene, strukturierte Weidelandschaft vermindert den Oberflächenabfluss abgezäuntes Biotop nach Waldweideneuregulierung in Brandenberg/Tirol Umweltfrevel durch Entwässerung eines Hochmoores Festmistkette, arbeitsaufwändiger, vielfältiger einsatzbar Festmistkompostierung verbesserungsfähig Festmist im Almanger Seitenstreugerät für feste Wirtschaftsdünger Flüssigdüngung mit stationärer Punpe und Rohrleitungen Flüssigdüngung mit Güllewerfer mehr als 50 % der Rinder befinden sich in OÖ und NÖ GL-Flächen pro GVE in den Bundesländern  Ö