Es ist nicht zu glauben, die Agrarlobby, Pharma- und Chemiekonzerne informieren mit "Alternativen Wahrheiten":

Die Überschüsse und in den Industriestaaten nicht beliebten Hühnerkleinteile werden dann als Entwicklungshilfe in die Dörfer von afrikanischen Ländern geschickt, die dann dort die Kleinlandwirtschaft ruiniert! (Anmerkung Legner)

Tierzucht: Massenhühnerhaltung schützt den Regenwald!

War da was mit Fipronil? Eine Studie für die Geflügelindustrie benennt die Vorzüge der Geflügelindustrie.

21.08.2017, von Jan Grossarth, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für "Menschen und Wirtschaft" in der Frankfurter Allgemeine

Legehennen in der Legehennenhaltung

Gerade ist das Wort Fipronil noch nicht vergessen, da erscheint schon eine neue Studie, die weitsichtig auf die Vorzüge der industriellen, arbeitsteiligen Hühnerwirtschaft hinweist. Um 2,2 Milliarden Euro ginge das Bruttoinlandsprodukt zurück, wenn Deutschland "gänzlich auf eine moderne Geflügelfleischerzeugung" verzichtete und ökologisch produzierte, ergibt eine hypothetische Berechnung der Agrarökonomen Harald von Witzke, Steffen Noleppa und Hans-Wilhelm Windhorst.

Hühner werden heutzutage in der Regel so produziert: In der Brüterei schlüpfen einige zehntausend am Tag. Sie kommen in die Masthalle. Die meisten leben dort in Gesellschaft von mehr als 10.000 anderen, pro Quadratmeter laut EU-Richtlinie 39 Kilogramm Huhn. Nach frühestens 28 und spätestens 42 Tagen und unter Fütterung von Kraftfutter, Wasser und oft Antibiotika werden sie schließlich geschlachtet. Bekannte Sprechweise

Das Produktionsverfahren gewährleistet, auch wegen der auf gute Futterverwertung hin gezüchteten Hühnerrassen, eine hohe Futtereffizienz. Besonders gilt das für die Niederlande oder für Deutschland, wo führende Hühnerzuchtfirmen ihren Sitz haben (Hendrix Genetics, EW Group). Das deutsche Masthuhn benötigt nur 1,63 Kilogramm Futter, um ein Kilo Fleisch anzusetzen, referieren die Autoren. Im Ausland seien dazu im Schnitt 20 Prozent Futter mehr notwendig. Der Standort ist überdies reich an Wasser.

Sinngemäße Schlussfolgerung: Deutschland müsse den Weg der agrarindustriellen Hühnerzuchintensivierung unbeirrt fortschreiten. Damit, so die Forscher, werde gewissermaßen die Welt gerettet werden: Die Intensivmast hier erlaube Naturparks und Regenwaldschonung da, sei klimafreundlich. Ökolandwirtschaft brauchte hingegen mehr Fläche, wolle man gleich viel ernten. Artenschwund wäre die Folge, so die Forscher, in dem Maß einer "Rodung von bis zu 77.000 Hektar Regenwald".

Groß sei der Wert der "modernen, hochproduktiven und innovativen tierischen Veredlungsproduktion" für die gesamte Gesellschaft, heißt es in der Studie. Die Menschen müssten darüber sachlicher informiert werden. Der Titel der Studie: "Der gesamtgesellschaftliche Nutzen moderner Geflügelfleischerzeugung in Deutschland und der Europäischen Union". Die politische und gesellschaftliche Bemängelung derzeitiger Mastpraktiken sind für die Ökonomen, die dies nicht begründen, "ideologisch" wiewohl "subjektiv", "Verunglimpfungen" ? man kennt diese Sprechweisen vom Deutschen Bauernverband.

Die Studie wurde bestellt und finanziert vom Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und der QS-Fachgesellschaft Geflügel GmbH, einem Kontrollsystem der Fleischwirtschaft, in dessen Gremien die Großmäster wie Heidemark und Wiesenhof ("Lohmann & Co."), der Deutsche Verband Tiernahrung oder Händler wie Rewe, Aldi und Edeka sitzen. Herausgegeben hat die Studie eine "HFFA Research GmbH".

Die arbeitet auch für Agrarchemiefirmen wie BASF, Bayer Cropscience, für Nestlé. Auch die Muttergesellschaft ?HFFA Research? arbeitete laut Homepage im Auftrag großer Akteure der Agrarindustrie wie Syngenta, für den Deutschen Bauernverband, Fertilizer Europe, den Industrieverband Agrar. Hier entstand schon im Frühjahr die Auftragsstudie "Der gesamtgesellschaftliche Nutzen von Pflanzenschutz". Mitautor Steffen Noleppa bedient mit seiner "agripol GbR" ähnliche Kunden. Mitautor Hans-Wilhelm Windhorst leitet das Geflügelforschungszentrum "Wing" an der Uni Vechta ? finanziert von der Geflügelwirtschaft.


Österreichs Agrarpolitik könnte viel mehr auf Selbstversorgung setzen, um Eiweißimporte aus den Südländern einzudämmen!

Lupinen sind gute Eiweißspender

URSULA KASTLER in der SN v. 21.08.2017 S. 17 Wissen/Gesundheit

Aus den Samen lässt sich ein Extrakt herstellen, der einen säuerlichen und erfrischenden Proteindrink liefert. Doch das ist nicht so einfach. Der Vorgang benötigt ein spezielles Verfahren. FREISING, SALZBURG. Gärtnernde Menschen mögen Lupinen schon lange, vor allem ihre imposanten bis zu 120 Zentimeter hohen Blütenstände in Weiß, Violett, Rosa und Blau, die Cottagegärten zieren. Lupinen sind außerdem Stickstoffsammler. An ihren Wurzeln befinden sich sogenannte Knöllchenbakterien, die den Stickstoff, den die Pflanze aus der Bodenluft aufgenommen hat, in den Wurzelknöllchen speichern. Das kann man sich für die Bodenverbesserung im Garten zunutze machen.

Doch Lupinen können noch mehr, denn die Pflanze stammt aus der Familie der Hülsenfrüchtler und ihre Samen enthalten wertvolle Proteine. Das hat deutsche Wissenschafter interessiert. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV) haben ein Verfahren entwickelt, das die Lupinensamen als Grundlage für ein eiweißreiches Getränk mit erfrischendem, säuerlichem Geschmack verwendet. Das war nicht so einfach, denn die Pflanze enthält wie andere Hülsenfrüchte Phytinsäure. Diese bindet wertvolle Mineralien, hemmt Enzyme und gilt daher als wenig bekömmlich. Es musste also eine Methode für die Verarbeitung der verwendeten Süßlupinen gefunden werden, die die wertvollen Proteine erhält und gleichzeitig die unerwünschte Phytinsäure reduziert.

Das Team um Raffael Osen, Projektleiter am Fraunhofer IVV, setzt auf eine Kombination aus Getreidemalzen und speziellen Mikroorganismen. Letztere bauen die Phytinsäure hydrolytisch, also mithilfe von Wasser, ab. Dabei kommt ein zweistufiger Maische- und Fermentationsprozess zum Einsatz. Dieser eigentlich unkomplizierte, aber dennoch empfindliche Prozess wurde von den Forschern an mehreren Stellen optimiert und angepasst. Am Ende steht ein Lupinenextrakt in Form von Paste oder Pulver. Das dient als Ausgangspunkt für ein bekömmliches, nahrhaftes und zugleich erfrischendes Getränk. Durch den Einsatz des Extrakts als Getränkegrundstoff lässt sich der Proteingehalt gezielt einstellen. Es sind viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen möglich, der Lupinenextrakt schmeckt neutral. Das Heidelberger Unternehmen Wild, ein Spezialist für Getränkegrundstoffe, hat auf Basis des Lupinenextrakts bereits ein Fruchtgetränk mit Mango- und Apfelgeschmack produziert.

Der Herstellungsprozess ähnelt dem Bierbrauen und nutzt Apparate wie Maischpfanne, Läuterbottich oder Gärtank, über die jede Brauerei verfügt. Große Zusatzinvestitionen seien also nicht erforderlich, sagen die Forscher, die vor allem an kleiner Brauereien denken, die solche alkoholfreien Erfrischungsgetränke herstellen könnten. Der Grundstoff stammt aus regionalem Anbau.

Als Nächstes wollen die Verfahrenstechniker untersuchen, ob sich auch Bohnen und Erbsen auf diese Weise nutzen lassen.

Lupinen-Produkte sind schon lange ein Tipp unter Vegetariern und Veganern, denn mit 40 Prozent Eiweißgehalt sind sie eine der wichtigsten pflanzlichen Proteinquellen. Sie enthalten zudem Aminosäuren sowie Vitamin E, Magnesium, Eisen, Kalzium und Phosphor. Lupinen sind glutenfrei, auch Menschen mit Sojaintoleranz vertragen sie. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung und auch die Weltgesundheitsorganisation empfehlen Erwachsenen, täglich etwa 0,8 Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körperidealgewicht zu verzehren. Ausdauersportler dürften auch ein Gramm Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Eine Person, die beispielsweise 70 Kilogramm wiegt, müsste demnach mit 56 Gramm Eiweiß pro Tag bestens bedient sein.

Wer sich nicht vegetarisch oder vegan ernährt, nimmt mit der üblichen fleischbetonten Mischkost gut die doppelte der erforderlichen Eiweißmenge auf.


Die Gastronomie und Hotelerie reagiert auf den Eierskandal skandalös und weist auf die geringen Gewinnspannen hin, um eine Herkunftsbezeichnung abzulehnen! Sh. auch untenstehenden Leserbrief "Fipronil-Skandal".

Hier ein seltenes positives Beispiel, wie es gehen könnte:

Wo das Frühstücksei schmeckt

BIRGITTA SCHÖRGHOFER, SN v. 22.08.2017 S. 13

Nach dem Fipronil-Skandal fragen sich viele Konsumenten: Was kommt beim Wirt und im Hotel wirklich auf den Teller? Die SN sprachen mit dem Salzburger Bio-Hotelier Georg Maier über den Geschmack der Gäste, Billigware und Eierspeise. SALZBURG. Wer darauf achtet, was er isst, fühlt sich am Frühstücksbuffet im Bio-Hotel "Zur Post" in Salzburg-Maxglan wie in einem kleinen Paradies: feinste Marmelade aus dem Lungau wird da kredenzt, Schinken vom Bio-Metzger, dazu frische Säfte vom Obstbauern aus der Region und natürlich Bio-Eier. Die stammen, wie die hübsche Fotogalerie der Lieferanten an der Wand des Frühstücksraums verrät, von einer kleinen Bio-Landwirtschaft aus Anthering.

Doch auch in der streng kontrollierten Bio-Welt sorgt der Fipronil-Skandal für Gesprächsstoff. Trotz der deutlichen Herkunftsauszeichnung und der Zertifizierung als Bio-Hotel hätten zuletzt auch bei ihm zwei Gäste nachgefragt, ob die angebotenen Eier unbedenklich seien, erklärt Hotelchef Georg Maier. "Ich hab schon überlegt, ob ich was dazuschreiben soll", erklärt er. "Aber ich kann ja nicht fipronilfrei hinmalen. Das wäre absurd."

Das Grüne Hotel, wie sich die Post auch nennt, ist in der Stadt Salzburg das einzige Bio-Hotel. Seit 2013 ist der Familienbetrieb zertifiziert. So wird nicht nur bio gefrühstückt, sondern auch nachhaltig mit Pellets geheizt und mit dem Elektro-Auto gefahren. Maximal zehn Prozent der Gäste allerdings kämen allein deshalb, weil man Bio-Hotel sei, sagt Maier. Zwar sei das Lob in den Online-Foren für das gute Frühstück im Haus schöne Werbung, "bei den meisten aber entscheidet bei der Buchung der Preis". Auch wenn manche Gäste zu Hause Bioprodukte einkauften, "im Urlaub spielt das häufig eine untergeordnete Rolle". Er selbst frage im Gasthaus, wenn er ein Schnitzel bestelle, auch nicht nach, welche Eier in der Panier verwendet werden.

Fest steht für Maier allerdings: Welche Ware man als Hotelier seinen Gästen anbiete, sei "eine Überzeugungsfrage". Sein Anspruch an Qualität mag wohl auch damit zu tun haben, dass er in einer für ihre guten Mehlspeisen bekannten Konditorei in Golling aufgewachsen ist. "Mein Bruder, der die Konditorei übernommen hat, und mein Vater, der immer noch aktiv ist, verwenden nach wie vor nur Schaleneier", betont Maier. Flüssigei käme auch für ihn selbst niemals in Frage: "Wenn ich meine Eier für die Eierspeise nicht mehr aufschlagen kann, sperre ich zu."

Freilich, gesteht der Bio-Hotelier, als Frühstückshotel mit 42 Zimmern sei er gegenüber einem großen Hotel mit Restaurantbetrieb im Vorteil. Im Vergleich zu konventioneller Ware koste ihn der Einkauf der Bioprodukte allerdings auch um 10.000 bis 12.000 Euro mehr pro Jahr. Allein die Eier-Rechnung für den Juli beläuft sich auf 659 Euro brutto. "Jede Woche gehen bei mir 300 bis 400 Eier weg", sagt Maier. Durch die höheren Zimmerpreise, die er als Stadthotel in Salzburg verlangen könne, gehe sich der höhere Wareneinsatz aber gut aus. Natürlich könnte er, würde er billigere Ware einkaufen, auch die 10.000 Euro mehr verdienen, "aber so zu rechnen würde nie aufhören". Und nebenbei die Qualität immer weiter nach unten treiben.

"Lebensmittel", stöhnt Maier, "sind heute viel zu billig." Früher hätten die Menschen 30 Prozent ihres Einkommens für Essen ausgegeben, heute seien es elf Prozent. Empört fordert er: "Dass Fleisch in den Supermärkten ein billiges Lockmittel ist, gehört verboten." Das aber ist eine andere Geschichte.

In puncto Fipronil laufen die Rückrufe der betroffenen Firmen offenbar erfolgreich. Zu den bisher 21 positiven Tests in Österreich sind bis Montag keine neuen hinzugekommen, bei mittlerweile 184 Proben, die bei der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) eingelangt sind. Davon gibt es für 127 Produkte Testergebnisse. Die AGES betont, es würden auch weiterhin Eierprodukte speziell aus dem Großhandel geprüft.

Fipronil- Skandal

Leserbrief in der SN vom 21.08.2017

Erstaunlich, wie lasch die Politikerreaktionen auf den neuesten Lebensmittelskandal ausfallen. Kennzeichnungspflicht ist bereits das Äußerste, was man andenkt. In Österreich ist ja Hühnerbatteriehaltung längst Vergangenheit, aber: Der Import von auf diese Weise produzierten Eiern ist nach wie vor legal. Warum bloß? Mit einem Federstrich könnte das gesetzlich geregelt werden. Wenn wir mutige Politiker hätten. Die Gastronomie muss hier dringend in die Pflicht genommen werden. Und wem das Wiener Schnitzel dann wegen der minimalen Preiserhöhung zu teuer ist, kann ja auch drauf verzichten.

(Fleisch aus Massentierhaltung wäre ohnehin auch ein Thema.) Ernährungs-, Umwelt- und Tierschutzbewussten bleibt wohl nur die Hoffnung auf den nächsten Skandal.

Mag. Dietmar Erlacher 5144 St. Georgen


dazu passend der Bericht in der TT vom 23.08.2017:

Streit um Industrie-Eier

Landwirte und Tierschützer verlangen eine Herkunftsangabe in Eiprodukten.

Wien ? Im Zuge des Skandals rund um die mit dem Insektizid Fipronil verunreinigten Eier hatten sich zuletzt Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner und Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter für eine verpflichtende Information über die Herkunft verarbeiteter Produkte ausgesprochen ? auf EU-Ebene. Nun fordert die Landwirtschaftskammer (LK) gemeinsam mit der NGO Vier Pfoten, der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft sowie einem namhaften österreichischen Freilandeier-Vermarkter die verpflichtende Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten. "Unsere Forderung nach Herkunftskennzeichnung bei Fleisch und Eiern in der Gemeinschaftsverpflegung ist nicht nur ein drängender Wunsch der Konsumenten, sondern schützt auch die Ehrlichen vor den Schwindlern", meint der Generalsekretär der LK Österreich, Josef Plan. Österreich müsse hier eine Vorreiterrolle übernehmen.

Im Gesundheitsministerium verweist man auf die bereits seit 2014 verschärfte Herkunftskennzeichnung der Europäischen Union. "Untersuchungen der EU-Kommission zeigen, dass die Konsumenten zwar ein erhebliches Interesse an Herkunftsangaben haben, dies sich bei Produkten mit verstärkter Verarbeitung jedoch nicht in einer tatsächlichen Zahlungsbereitschaft dafür widerspiegelt," erklärt Amire Mahmood, Leiterin des Referates Lebensmittelrecht und -kennzeichnung im Gesundheitsministerium, gegenüber der TT. Darum gebe es von Seiten der EU keine Pläne, die derzeit bestehenden Regelungen zu verschärfen, aber von Seiten Österreichs setze man sich weiter intensiv für eine Herkunftskennzeichnung für leicht verarbeitete Produkte ein. Generell setze auf man ein harmonisiertes Vorgehen auf europäischer Ebene. Zur Frage nach einer Kennzeichnung von Eiern in verarbeiteten Produkten meinte die Expertin: "Hier müsste zuerst auf EU-Ebene die Kennzeichnung von Industrie-Eiern im Bereich der Vermarktungsnorm ausgeweitet werden." Bisher wurde in 21 Proben aus dem Großhandel Fipronil nachgewiesen. Dabei handelt es sich um Eiprodukte für den Großhandel, vorwiegend aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland. (hu)

Scheinbesorgnis um das Weltwohl

Leserbrief in der SN vom 18.07.2017 zum Thema G20 und Entwicklungshilfe

In der Folge sende ich Ihnen meine Anmerkungen zu den diversen Kommentaren Ihrer Redakteure und der Berichterstattung über das Treffen der G20 in Hamburg. Dazu möchte ich Folgendes bemerken: Die pompöse Scheinbesorgnis der G20 um das Wohl der Welt und diesmal besonders um das Elend Afrikas darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie an dessen Unwohl nicht untergeordnet beteiligt sind und im Alltag die gegenteilige Politik betreiben. Nur als Beispiele seien die mangelhafte Besteuerung von Kapitalflüssen und Konzernerträgen erwähnt. Ebenso wenig dürfen jedoch auch die Gewalttaten von Verbrechern und Straftätern darüber hinwegtäuschen, dass sie den Anliegen der Gegner dieser Politik in den Rücken fallen und deren berechtigte Forderungen verunglimpfen.

Die Fischtrawler dieser G20 und anderer Länder beispielsweise fischen die Meere bis in die Fischgründe der afrikanischen Staaten leer. Die Familien der Einheimischen finden keine Nahrung mehr vor, hungern, raffen alles Ersparte zusammen, borgen sich Geld, so sie etwas bekommen, und schicken einen Familienangehörigen nach Europa, um, so er/sie nicht ersäuft oder sonst wie ums Leben kommt, das Geld zu verdienen, das sie zum Einkauf der Fische brauchen, die ihnen sprichwörtlich vor der Nase weggefischt werden. Zum erhöhten Preis natürlich, wir haben dafür ja einigen Aufwand und so manche Investitionen betrieben.

Dies nur als ein Beispiel für die Berechtigung der Kritik am Handeln der Entscheidungsträger. Dies kann ohne Anspruch auf Vollständigkeit durch die Pharmaindustrie ergänzt werden, die mit den ohnehin zu vielen Menschen in diesen Ländern experimentiert, nachdem inzwischen die Affen besser geschützt werden als die Menschen. Auch der Bereich der Korruption in den Staaten, denen die G20 und andere Länder "helfen", bewirkt mittels unserer "Entwicklungshilfe", dass die vorhandenen Stammesführer, und auch ihre Gegner, mit unseren ausgemusterten Waffen ausgerüstet werden. Beispiele und Beweise dafür sind inzwischen Legion und sie ließen sich endlos fortsetzen.

Kritik an den herrschenden Zuständen und Notwendigkeit für Veränderung sind dringend gegeben, demokratischer Widerstand gegen diese Verhältnisse ist zuhauf nötig. Was aber kann es dem Ziel der Verbesserung der Lebensverhältnisse dieser vom Elend betroffenen Menschen helfen, dass Polizisten, die ihre Arbeit versehen, krankenhausreif geprügelt werden und um ihr Leben fürchten müssen, dass das Auto von Frau Meier im dritten Stock, die zu einem großen Teil unsere Meinungen teilt, abgefackelt wird, Geschäfte geplündert werden? Gewaltorgie und Blutrausch sind Terror und sollte es wahr sein, dass sich Attac nicht von diesen Tätern distanziert, dann schaden sie massiv meinem Anliegen, zur Verbesserung der Lebensbedingungen eines großen Teils der Menschheit einen Beitrag zu leisten.

Dr. Gerhard Steinlechner 5020 Salzburg

Dazu passt der Kurzbericht der SN auf S.4:

66 Millionen sind auf der Flucht

BERLIN. Das deutsche Entwicklungsministerium rechnet nicht mit einem Rückgang der Flüchtlingszahlen. Nach UNO-Angaben gibt es derzeit weltweit fast 66 Millionen Vertriebene. Ihre Zahl werde sich vervielfachen, falls die Erderwärmung nicht bei maximal 1,5 Grad gestoppt werde, warnte die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit. SN, dpa

Ein sarkastischer Artikel als "Klimablog" von Martin Stricker in der SN v. 17.07.2917 S.12:

Verhüten ist der beste Klimaschutz

MARTIN STRICKER

Die Sache ist einfach. Die Menschheit ist dabei, den Planeten, auf dem sie wohnt, nachhaltig zu zerstören. Will sie das vermeiden, muss sie schleunigst umsteigen: keine Kohle mehr, kein Öl, kein Erdgas. Die Verbrennung dieser in der Erdkruste eingelagerten Kohlestoffe heizt die Temperatur unserer Atmosphäre lebensgefährlich an.

Eine Studie der schwedischen Universität Lund kommt nun zum Schluss, dass der beste Weg zur Umkehr in der Verhütung liegt: Jedes nicht in die Welt gesetzte Kind bedeute eine CO2-Einsparung von 58,6 Tonnen im Jahr.

Großartige Erkenntnis:

Der Mensch ist für die Klimaverschlechterung verantwortlich. Ohne Menschen wäre alles in Ordnung.

Ein ähnliches Phänomen ist bei Politik & Wirtschaft zu beobachten, wenn es heißt, Klimaschutzmaßnahmen wären zu teuer.

Großartige Erkenntnis auch hier:

Wir können uns das Überleben der Menschheit aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten.

Weil´s halt regional ist? ?

Artikel von Mag. Barbara Czerny, Koordinatorin der Grünen Bäuerinnen und Bauern Tirols

Letzens vor der Kühlvitrine eines Innsbrucker Geschäftes mit abgefüllten Joghurts im Glas. ?Die schauen aber guat aus, kommen die direkt vom Bauern?? will ein sichtlich interessierter Kunde wissen. Zur Beantwortung der Frage muss die Verkäuferin ein wenig ausholen ? die eine Seite der Vitrine kommt nämlich direkt aus der (auch nicht wirklich nahe gelegenen) Sennerei, die andere Seite stammt aber schon vom Bauern. Dem Kunden passt die Antwort weniger, der optische Aufputz der Milchprodukte lässt nämlich auf familiäre Direktvermarktung schließen. Die Verkäuferin pariert jedoch gekonnt: ?Bei uns kommt´s halt auf die Regionalität an, das ist uns wichtig. Und das ist alles aus der Region.?

Regionalität sticht dieser Tage einfach alles. Da werden Produkte aus intensiv wirtschaftenden Milchviehbetrieben hochstilisiert, weil sie in der Region hergestellt werden. Die Kühe dieser Betriebe sind aber allesamt Brasilianerinnen oder Rumäninnen, weil die eiweißhaltigen Futtermittel mit denen sie zu Hoch- und Höchstleistungen gepusht werden, importiert werden müssen. Mit dem unliebsamen Effekt, dass eben dort Menschen von ihrem Grund und Boden vertrieben werden, weil Agrarkonzerne riesige Flächen an Monokulturen von Futterpflanzen für unsere Landwirtschaft anbauen. Hierzulande Konferenzen, Think Tanks und Förderprogramme um den Erhalt der ländlichen Regionen zu gewährleisten, andernorts aber wird dieser ländliche Raum willentlich zerstört, um weiterhin an der Exportwirtschaft in der Agrarpolitik festhalten zu können.

Ein Agrar- und Lebensmittelsystem, das auf Konkurrenz, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet ist, ruiniert (klein)bäuerliche Existenzen ? über Grenzen hinweg. Die Hintergründe und Ursachen von Migration sind eng verwoben mit den Auswirkungen dieses Systems und als soziale Sprengkraft innerhalb der Gesellschaft für uns alle derzeit sehr gut spürbar. Regionalität muss neu diskutiert werden und zwar unter geografischen Kriterien ? sowohl im Anbau als auch in der Verarbeitung und vor allem bei der Verwendung von Futtermitteln: wie kann ein Produkt regional sein, wenn es vor seiner Herstellung bereits tausende Transportkilometer auf dem Buckel hat? Die Grünen Bäuerinnen und Bauern wollen einen Denkanstoß leisten, regional darf kein Persilschein für jedes dahinter stehende Produktionssystem werden, es gilt auch hier nachzufragen und genauer hinzusehen, denn regional ist ganz sicher nicht das neue bio!

Schlechte Nachrichten für Afrika

https://www.jungewelt.de/artikel/313873.schlechte-nachrichten-f%C3%BCr-afrika.html

Aus: Ausgabe vom 08.07.2017, Seite 4 / Inland

Auf dem G-20-Gipfel soll ein »Marshallplan« mit dem Kontinent beraten werden. Gelder gehen direkt an »Investoren«. Jobs schaffen die nicht Von Gitta Düperthal kietzmann_g20-afrika090617-4.jpg Als am 9. Juni in Berlin die »G-20-Afrika-Konferenz« tagte, veranstalteten Globalisierungskritiker aus verschiedenen ­Ländern eine Demo unter dem Motto »Besucht die Profiteure« Foto: Bjoern Kietzmann

Auf dem G-20-Gipfel in Hamburg wirbt die Bundesregierung für ihren »Marshallplan mit Afrika«. Was Menschen in Ländern blüht, die sich von staatlicher Entwicklungshilfe made in Germany - oder in der EU - beglücken lassen, zeigte ein Beitrag des ARD-Magazins »Monitor« am Donnerstag abend. Demnach sieht es bei einem Vorzeigeprojekt in Sambia finster aus. »Sie haben uns unser Ackerland weggenommen«, klagen Bewohner eines Dorfes. Sie könnten sich deshalb nicht mehr selbst ernähren. Die Firma »Agrivision«, die von der Regierung des Landes große Flächen für den Soja-, Weizen- und Maisanbau gepachtet hat, beschäftigt nur 200 Leute, und zwar immer nur für zwei, drei Monate. Versprochen waren mal 1.600 neue Arbeitsplätze.

»Unfassbar« findet der Linke-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat (Die Linke), was die Bundesregierung da als »Afrika-Hilfe« anpreist. Sie lege Fonds in Steueroasen an, um private Investoren so fördern zu können, dass sie in keinem Fall für Verluste aufkommen müssen. Gleichzeitig werden die Lebensgrundlagen der Bauern in den Gebieten zerstört, in denen Deutschland Privatinvestitionen bezuschusst. Ein »neoliberaler Giftcocktail« werde da gemischt, sagte Movassat gegenüber den »Monitor«-Reportern. »Gibt es Gewinne, sahnen die Konzerne ab. Gibt es Verluste, zahlen deutsche Steuerzahler.«

Auf derartige Verwerfungen weist die Menschenrechtsorganisation ­FIAN (Food First Informations- und Aktions-Netzwerk) seit Jahren hin. Am Donnerstag beteiligte sie sich mit zwei Workshops am »Gipfel für globale Solidarität« in Hamburg. Die parallel in der Hansestadt tagenden G-20-Staaten strebten eine »Politik des Vorrangs wirtschaftlicher Interessen an, bei der Menschenrechte kaum mehr eine Rolle spielen«, kritisierte Gertrud Falk von FIAN am Freitag gegenüber jW. Deren Regierungen hätten Kleinbauern nie in ihre Überlegungen einbezogen, geschweige denn mit ihren Vertretern gesprochen. Nur Großkonzerne seien gehört worden. Diskussionen am Donnerstag in Hamburg über Landraub und die für Kleinbauern ungünstigen Abkommen zu teurem Saatgut seien sehr engagiert geführt worden, berichtete Falk.

Auch das »Malabo Montpellier Panel«, ein internationales Gremium von Afrika-Experten, appellierte am Donnerstag an Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU), die Landwirtschaft und damit die Bauern »als Motor der Ernährungssicherheit« in den Mittelpunkt anvisierter Investitionen auf dem Kontinent zu stellen. Der Zusammenschluss »begrüßt« dennoch den »Afrika-Fokus« des G-?20-Gipfels.

FIAN dagegen moniert, die G-?20-Staaten schwächten die Vereinten Nationen und ihre Fachorganisationen durch ihre Politik. Deren Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 würden auf dem Gipfel vernachlässigt. Es gelte, vielfältige bäuerliche Landwirtschaft zu fördern, die wichtig für Klimaschutz und Hungerbekämpfung sei, betonte Frank Ademba vom Bauernnetzwerk MVIWATA in Tansania auf der Veranstaltung von FIAN und anderen Nichtregierungsorganisationen in Hamburg. Durch Allianzen zwischen westlicher Entwicklungspolitik und Agrarkonzernen werde kleinen Landwirten der Boden unter den Füßen weggezogen. Landraub und Bodenspekulation seien an der Tagesordnung. Das Verwenden selbstgewonnenen Saatguts werde Kleinbauern zunehmend erschwert. Das von 17 der 20 in Hamburg vertretenen Staaten ratifizierte »Internationale Abkommen zum Schutz von Pflanzenzüchtungen« (UPOV) verhindere dies. »Satte Menschen statt satte Gewinne« lautet deshalb ein Slogan von FIAN.

Gertrud Falk berichtete, Länder des globalen Südens würden von den Industriestaaten unter anderem im Rahmen von Handelsverträgen gedrängt, dem Abkommen beizutreten. In Tansania sei das bereits geschehen. Dort müssen Bauern nach Angaben der FIAN-Expertin seither mit hohen Strafen rechnen, wenn sie einfach einen Teil ihrer Ernte zur Neuansaat verwenden. Die G-20-Staaten unters

Finanztransaktionssteuer

siehe unter Aktuelles!

Nyéléni Europe-Forum 2017 in Cluj/Rumänien

Das bisher größte europaweite Forum für Ernährungssouveränität in Cluj-Napoca (Rumänien) war ein großer Schritt gegen die Ausbreitung der industriellen Nahrungsmittelproduktion und für eine gerechte und nachhaltige Zukunft der kleinstrukturierten Landwirtschaft in ganz Europa.

Nähere Infos: http://www.viacampesina.at/cm3/93-news/2008/1102-oebv-ernaerungssouveraenitaet-rumaenien.html

Nyéléni Austria Herbsttreffen 2015

Vom 13.-15. November 2015 fand in Mutters bei Innsbruck, das Herbsttreffen der Bewegung für Ernährungssouveränität in Österreich statt.

Am Freitag Abend gab es eine spannende Diskussionsveranstaltung zum Thema Milchwirtschaft: Wohin mit der Milch? Zur Zukunft der bäuerlichen Milchproduktion. Sie können unter "Verfügbare Unterlagen" eine Tonaufnahme abrufen.

Am Samstag fanden Workshops zu den Themen Milchwirtschaft und alternative Vermarktungswege, Zugang zu Land, Bodenverbrauch am Beispiel Tirol statt. Am Sonntag wanderten wir nach dem Frühstück zum Scheipenhof und diskutierten mit dem Bauern über seinen Hof, das Gasthaus und die Vermarktungsmöglichkeiten für Bio-Produkte.

Im Frühjahr 2016 gab es in Graz das Nyeleni-Frühjahrstreffen.

Infos zu Ernährungssouveränität

Ernährungssouveränität ist das Recht der Völker auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt. [?] Sie ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und der transnationalen Konzerne.

Weltweit organisieren und vernetzen sich Menschen, um die Kontrolle über ihre Ernährungs- und Agrarsysteme zurückzugewinnen, es wächst der Widerstand gegen ein System, das die Grundlagen für ein gutes Leben für alle laufend zerstört, Würde und Rechte der Menschen verletzt.

Der Hunger auf der Welt ist ein Verbrechen und eine Schande für unser derzeitiges globales Agrar-, Lebensmittel- und Ernährungssystems, das großteils auf dem Rücken der Südländer ausgetragen wird. Denken wir nur an Landgrabbing, Tierfutter- oder Agrospriterzeugung, Müll- und Nahrungsmittelüberschussexporte.

Es werden Lösungen gesucht, die sozialen und ökologischen Bedingungen, unter denen Lebensmittel produziert, verteilt und konsumiert werden, zu verändern. Weltweit soll das tier- und menschenverachtende Handeln der industriellen Lebensmittelerzeugung, -Verarbeitung und -Vermarktung ein Ende finden und von kleinräumigen, solidarischen Systemen ersetzt werden.

Der Nyéléni-Prozess ermöglicht durch die Vielfalt der beteiligten Menschen, voneinander zu lernen und braucht die Bereitschaft, auch unsere Praxis immer wieder aufs Neue kritisch zu reflektieren. Selbst- und Weltveränderung gehören zusammen. Wir wollen in vielfältigen Formen zusammenarbeiten und handeln. Kreative, lustvolle, aktionistische und sinnliche Herangehensweisen sind dabei genauso zentral, wie das gemeinsame Bearbeiten von Widersprüchen und das Entwickeln von Projekten und Ideen. Es kommt auf uns an, gemeinsam die Bedingungen dafür zu schaffen.

Aus all diesen Gründen wurde vom 13. bis 17. April 2014 in Goldegg ein österreichweites Forum für Ernährungssouveränität organisiert, siehe http://www.ernaehrungssouveraenitaet.at .

http://derstandard.at/1397520805317/Landwirtschaft-unterwegs-zur-Selbstorganisation (Print am 17.4.2014)

In der selben Ausgabe: Agrarbiologe Arvay: ?Sollten uns nicht alles auftischen lassen?

http://derstandard.at/1397520783386/Sollten-uns-nicht-alles-auftischen-lassen

Aufbauend auf der Deklaration und dem Aktionsplan von Nyéléni Europe 2011 soll dieses Forum die Bewegung für Ernährungssouveränität in Österreich stärken und verbreitern, ein gemeinsames Verständnis dafür schaffen, eine Gesellschaftsordnung einzufordern, die eines der grundlegendsten Menschenrechte ? das Recht sich zu ernähren - ins Zentrum der Politikgestaltung rückt.

Es wurden alle Interessierten, etwa Bäuer*innen, kritische Konsument*innen, Landarbeiter*innen, Gärtner*innen, Food-Coops, NGOs, Gewerkschafter*innen, Köch*innen, kirchliche Gruppen, Umweltschützer*innen, Aktivist*innen, Studierende, Landlose, Migrant*innen, Verkäufer*innen, Wissenschafter*innen u.a. aufgerufen, sich am Nyéléni-Prozess für ein österreichisches Forum für Ernährungssouveränität 2014 und darüber hinaus zu beteiligen und sich einzubringen.

Regionalgruppen in den Bundesländern analysieren die spezifischen Stärken und Schwächen und erarbeiten innovative Lösungen.

Regionaltreffen in Österreich: http://www.ernaehrungssouveraenitaet.at/regionaltreffen-in-ganz-oesterreich/

Die Regionaltreffen in Tirol finden in der Südwind-Bibliothek in der Leopoldstr.2, 50 Meter südwestlich der Triumpfpforte in Ibk. statt, Es ist geplant, auch an zwei Orten im Unterinntal regelmäßig Stammtischtreffen durchzuführen.

Jede/r ist herzlich willkommen!! Und wir freuen uns auch, wenn ihr viel Werbung für das Regionaltreffen macht. 

Sie erreichen mich (Franz Legner) unter der Mobil-Nr.:

H: +43 676 88508 3810

Arbeitsprojekt Erntehelfer

In der Tiroler Straßenzeitung "20er" gibt es auf Seite 4 einen Kurzbericht mit dem Titel "Gewerkschaftshilfe für Erntehelfer":

"Über dreihundert Erntehelfer haben Tiroler Bauern auch heuer wieder bewilligt bekommen. Gewerkschaft und Landarbeiterkammer wollen ihnen zu ihrem Recht verhelfen.

"Es geht munter weiter wie bisher", sagt Berndhard Höfler, Sekretär der Poduktionsgewerkschaft (PRO-GE) in Tirol. An der Situation der von Tiroler Bauern beschäftigten Erntehelfern habe sich seit dem medienwirksamen Protest einiger Betroffener im vergangenen Herbst nichts geändert. Die Arbeitsbedingungen seien nach wie vor vielfach "unwürdig". Im Rest Österreichs ist die Lage ähnlich. Eine bundesweite Kampagne soll daher nun Erntehelfer über ihre Rechte informieren. Eine Telefonhotline soll außerdem eingerichtet werden." ...

Dazu wird vom Inhaber der Homepage angemerkt, dass schon der offizielle Kollektiv-Nettostundenlohn von Euro 5,47 für Tiroler und Österreichische Verhältnisse beschämend ist und einer dringenden Änderung bedarf.

Bei den Mitgliedern der Ernährungssouveränität Tirol ist eine sehr engagierte Frau dabei, die mithilft, diese Missstände zu verbessern.

Bitte Eure Erfahrungen und Informationen von Lohn- und Arbeitsverhältnisse von Landarbeitern oder Beschäftigte im Lebensmittelbereich, auch anonym, an meine Emailadresse schicken. Ich werde versuchen, auch meinen Teil zur Verbesserung beizutragen.

Es zeigt sich, dass Fairtrade-Produkte nicht nur in den Südländern einzufordern sind sondern diese auch in den europäischen Ländern, so auch in Österreich, zu honorieren und prämieren gibt. Das Ausbeuten der Landarbeiter mit Schandlöhnen, die schlechten Arbeitsbedingungen der Handelsangestellten und der europäische und weltweite Druck auf die Kleinbauern sind kritisch zu hinterfragen und mit positiven Anreizsystemen einzudämmen.

Es würde mich freuen, wenn Sie bei der Regionalgruppe Tirol mit Rat und Tat mitarbeiten .

Mit folgenden Themenblöcken soll Ernährungssouveränität behandelt werden (derzeit noch in Bearbeitung):

  1. Zukunftsfähige, nachhaltige Produktionsweise von gesunden Lebensmitteln
  2. Regionale Verteilung von Lebensmitteln
  3. Gerechte Arbeits- und soziale Verhältnisse
  4. Berücksichtigung globaler Zusammenhänge, natürlicher Ressourcen und Gemeingüter
  5. Eindämmung der Nahrungsmittel- und Hochgeschwindigkeitsspekulationen
  6. Demokratische Gestaltung der Agrar- und Ernährungspolitik
  7. Nyeleni Tirol
  8. Nyeleni Österreich

Weiterführende Links:


Link auf die Facebook-Gruppe: https://www.facebook.com/groups/NyeleniTirol/
Link auf die Facebook-Gruppe "Die Kuh braucht ihre Hörner": https://www.facebook.com/groups/346203180946/

http://www.ernaehrungssouveraenitaet.at Nyeleni 2014 Goldegg

http://www.nyelenieurope.net/ Nyeleni 2011

http://www.nyeleni.org/spip.php?article331 Erklärung von Nyeleni 2007

http://www.viacampesina.at Österr.Bergbauern- und KleinbäuerInnenvereinigung

http://www.attac.at/ Internationale Bewegung, die sich für eine demo kratische und sozial gerechte Gestaltung der globalen Wirtschaft einsetzt.

http://www.fian.at/ Menschenrechtsorganisation für das Recht sich zu ernähren

http://www.arche-noah.at Saatgutsouveränität und Biodiversität

http://www.permakultur.net/

http://www.slowfoodaustria.at/

http://www.suedwind-agentur.at/start.asp?ID=14477&b=272

Verfügbare Unterlagen

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