Oekoreich – aufgedeckt: Glyphosat in Nudeln & Billigfleisch im Regal

Exklusiv: Fällt Österreich beim Fleisch zurück?

In Deutschland haben die großen Lebensmittelhändler kürzlich angekündigt, das Fleisch aus den untersten Haltungsformen aus den Regalen zu nehmen. Das deutsche Mindestniveau entspricht aber auch dem AMA-Standard. Wird es in österreichischen Supermärkten daher künftig eine schlechtere Qualität als in Deutschland geben? Wir haben bei SPAR, BILLA und HOFER nachgefragt. Alle Antworten gibts jetzt exklusiv bei oekoreich.

Fleisch: Standards in deutschen Supermärkten künftig höher als in Österreich?

Mehrere deutsche Handelskonzerne sorgten in den vergangenen Wochen für Aufsehen: Die niedrigen Stufen 1 & 2 in der Tierhaltung, die lediglich den untersten gesetzlichen Standard abbilden, sollen eigenen Angaben zufolge mittelfristig gänzlich aus ihrem Sortiment verschwinden. Mittlerweile ist geradezu ein Wettbewerb unter den deutschen Multis ausgebrochen, wer schneller und konsequenter auf Fleisch aus Massentierhaltung verzichtet. Dabei übertrumpfen sich diese sowohl was die Standards bei Eigenmarken betrifft als auch was die Listung von Frischfleisch grundsätzlich angeht.

Da sehr viel deutsches Fleisch nach Österreich importiert wird, insbesondere Schweinefleisch, hängen die Märkte traditionell eng zusammen. Oft wird beim Preis für Schweinefleisch von Seiten der Branche damit argumentiert, dass die österreichische Börsennotierung sich am deutschen Marktpreis orientiere, der den gesamteuropäischen Markt dominiert. Die Haltungsbedingungen in Österreich entsprechen zudem weitestgehend den deutschen, Unterschiede bestehen lediglich bei den Betriebsgrößen.

Eine Zeitenwende hat begonnen

Es gibt Entwicklungen, deren Beginn erkennt man erst im vollen Umfang im Rückblick. So wird es uns wohl auch bei der Frage der Weiterentwicklung der Landwirtschaft gehen. Die Konsumgewohnheiten der Menschen haben sich nicht erst seit Corona dramatisch geändert, eine Dynamik ungeahnten Ausmaßes ist im Lebensmittel-Bereich seit Monaten spürbar.

Die Politik reagiert darauf wie gewöhnlich mit Verzögerung, die Konzerne sind da stets schneller, immerhin gehts um ihren Profit. Der Tabubruch in Deutschland, der in Wahrheit nicht mit der Ankündigung von Aldi & Co begonnen hat, sondern mit den Reformvorschlägen der “Borchert-Kommission”, hat ein ganzes Gebirge ins Rollen gebracht.

Es geht jetzt nicht mehr darum möglichst viel und möglichst günstig zu produzieren, sondern Lebensmittel so zu erzeugen, dass die Tiere dabei nicht gequält, natürliche Lebensräume gewahrt und kleinbäuerliche Strukturen erhalten bleiben. Warum? Weil es hierbei mittlerweile auch um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder geht.


Anmerkung Legner: Es bewahrheitet sich wieder, dass die sogenannte “AMA-Qualität”, weiters auch das Schlagwort “Regionalität” hauptsächlich ein Marketing-Gag ist!
Setzen Sie daher auf Bio-Qualität, saisonal und regional erzeugt.

https://www.oekoreich.com/medium/fleisch-standards-in-deutschen-supermaerkten-kuenftig-hoeher-als-in-oesterreich?mc_cid=1421e10768&mc_eid=fe13f467bf

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EU-Agrarförderungen: Greenwashing wird als Erfolg abgefeiert (Thomas Waitz)

Vergebene Chance für Kleinbauern und -bäuerinnen, Klima und Umwelt

Brüssel (OTS) – Nach den erneuten Verhandlungen zwischen Mitgliedstaaten, Europaparlament und Kommission zur gemeinsamen Agrarpolitik, kam es heute, Freitag 25.6.2021, zu einer Einigung. Die Grünen kritisieren, dass die Kompromisse weit hinter den Ankündigungen des Grünen Deals zurückbleiben, weniger Pestizide einzusetzen, Umwelt, Klima und Biodiversität zu schützen und ökologischen Landbau zu fördern. Die Ökomaßnahmen von 25%, mit einer einjährigen Lernphase von 20%, sind unzureichend und können auch noch aus der kleineren, zweiten Säule der Agrarförderung gezogen werden und diese damit ausbluten. Auch eine Deckelung der Flächenprämien wird es weiterhin nicht geben.

Thomas Waitz, Mitglied des Landwirtschaftsausschusses und Ko-Vorsitzender der Europäischen Grünen Partei, kommentiert: „Nicht mal mit einer Lupe lässt sich eine Spur von Reform in der Einigung entdecken. Das, was hier als Erfolg von den Landwirtschaftsminister*innen, Konservativen, Liberalen und Sozialdemokrat*innen gefeiert wird, ist pures Greenwashing, eine Mogelpackung voller Ausnahmeregelungen, die die bisherige Agrarförderungspolitik bis 2027 einzementiert und Steuergeld an Oligarchen, Agrarindustrie und Großbetriebe weiter fließen lässt. Das bedeutet, dass Milliarden von Agrarförderungen weiterhin in Monokulturen, Massentierhaltung und umweltschädliche Praktiken wie Pestizide fließen. Die einmalige Chance, die europäische Landwirtschaft zum Teil der Lösung zu machen und einen Löwenanteil der Klimaschutzmaßnahmen zu übernehmen, wurde zu Gunsten von kurzfristigen Profiten geopfert. Das Ergebnis ist ein Armutszeugnis der Politik und damit sieben verlorene Jahre.“

Die Koppelung der Fördergelder an soziale Mindeststandards, ein im Vorfeld heiß diskutiertes Thema, ist die ersten zwei Jahre freiwillig und wird nach Forderung der Mitgliedstaaten erst ab 2025 verpflichtend. Nach zwei Jahren soll die Kommission eine Studie beauftragen, die die Arbeitsbedingungen evaluieren und Verbesserungsvorschläge einbringen soll, um die sozialen Standards und die Koppelung der Fördergelder zu verstärken.

„Wir brauchen keine neuen Studien. Arbeitsrechtsverletzungen gehören ausnahmslos kontrolliert und sanktioniert, das am besten seit gestern und nicht erst ab 2025. Auf wessen Rücken machen denn die Agrargroßkonzerne ihre Profite? Es sind die Erntehelfer*innen und Migrant*innen ohne Papiere, die hier ausgebeutet werden. Die Mitgliedstaaten haben einmal mehr gezeigt, für wessen Interessen sie einstehen“ so Waitz abschließend.

Die Einigung ist nicht geeignet, die Klimawende einzuleiten. Erst diese Woche hatte der Europäische Rechnungshof bemängelt, dass die europäischen Agrarsubventionen die Klimakrise weiter befeuern. Das Ergebnis der Verhandlungen muss noch vom Europaparlament bestätigt werden. Die Plenarabstimmung wird voraussichtlich im Herbst stattfinden.
Rückfragen & Kontakt:
Inge Chen
Pressesprecherin Thomas Waitz
+32484912134
inge.chen@europarl.europa.eu

Stellungnahme der ÖBV-Via Compesina am 29.06.2021:

ÖBV: Köstinger verwässert EU-Agrarpolitik

Notwendige gerechte Verteilung, ökologische Wende und soziale Rechte fehlen

Die schwachen Beschlüsse zur GAP sind ein Symbol für die verfehlte Agrarpolitik der Vergangenheit. Köstingers Beschwörung vom fortgesetzten „österreichischen Weg“ verkennt die unzähligen Probleme, mit denen Bauern und Bäuerinnen tagtäglich ringen. In Europa wurde im Trilog die Chance vergeben, einen gemeinsamen Weg ins 21. Jahrhundert zu finden. Im Faktencheck haben wir bereits gezeigt, dass Köstingers große Worte mit gegenteiligen Taten in Brüssel verbunden sind.

siehe HP:
https://www.viacampesina.at/

 

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Herkunftskennzeichnung

Elisabeth Köstinger Twitter am 17.01.2019:
Um unsere Konsumenten & Landwirte zu stärken, braucht es eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung! Gemeinsam mit dem #BMGF, der #LKÖ & Vertretern unserer Bäuerinnen und Bauern sowie der Wirtschaft erarbeiten wir noch 2019 ein machbares & transparentes System. #IGW2019
 
Elisabeth Köstinger auf Twitter am 20.07.2020:
3. Farm to Fork – „Vom Hof auf den Tisch“ muss endlich dem Namen Rechnung tragen: Kurze Transportwege sind das Ziel. Vor allem braucht es eine Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Produkte in Europa. (3/3)
 

lkonline Landwirtschaftskammer Steiermark 01.02.2019:
Die von der Regierung geplante verpflichtende Herkunftskennzeichnung für verarbeitete Lebensmittel im Handel und in der Gemeinschaftsverpflegung könnte bereits im nächsten Jahr oder 2021 kommen. Das kündigte Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger bei der Wintertagung 2019  in Wien an.  …
Herkunftsgekennzeichnet soll die Hauptzutat eines veredelten Produktes werden, wenn diese mehr als die Hälfte des gesamten Inhalts ausmacht. Diesbezüglich soll es bald Gespräche mit der Lebensmittelindustrie, mit den Sozialpartnern und den Wirtschaftsvertretern geben. Widerstand gibt es von der Nahrungsmittelindustrie, die eine Benachteiligung gegenüber ausländischen Produzenten, einen Mehraufwand und mehr Kontrollen befürchtet. Ebenso soll es zu einer verpflichtenden Auslobung für vegane und vegetarische Produkte kommen, die Herkunftskennzeichnung für bäuerliche Direktvermarkter, Gastronomie und Manufakturen soll hingegen freiwillig sein.

Thomas Waitz auf Twitter am 25.01.2021:
Gegen diese unnötigen #Tiertransporte braucht es bessere Rahmenbedingungen: – Verbot von Langstreckentransporten nicht von Muttermilch entwöhnter Kälber – #Herkunftskennzeichnung für Fleisch, Eier und Milch in der Gastronomie – #Exportverbot von Lebendtieren in Drittstaaten
Gesundheitsminister Rudi Anschober auf Twitter am 27.01.2021:
Mit der in meinem Ministerium ausgearbeiteten Verordnung soll künftig die Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung für Speisen, die Rindfleisch oder Eier enthalten, verbindlich vorgeschrieben werden.

 

Der Standard
Herkunftskennzeichnung: Die wahre Henne-Ei-Frage

Der neue Vorschlag zur Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln würde heimische Landwirte stärken und die Klimabilanz aufbessern
Kommentar Nora Laufer am 1. April 2021, 17:51

Nicht wer zuerst kam, sondern woher, ist die eigentliche Henne-Ei-Frage. Beim Ei ist das zumindest im Supermarkt relativ einfach: Ob Bio, Freiland- oder Bodenhaltung, und auch das Herkunftsland sind selbst für mäßig geschulte Augen leicht herauszufinden. Schwieriger wird es bei der Henne: Beim marinierten Hendlfilet mit vielen Produktionsschritten wird die Nachverfolgung zur Detektivaufgabe. Gänzlich unmöglich wird es zumeist im Gasthaus. Ist es dem Wirt kein Herzensanliegen, den Ursprung seiner Lebensmittel zu offenbaren, tappen Gäste im Dunkeln. Gleiches gilt für viele Bäcker, Fleischer und für verarbeitete Lebensmittel.

Beim Versuch die Herkunft von Speisen im Gasthaus herauszufinden, tappen Gäste oft im Dunkeln.
Foto: Getty Images/iStockphoto

ÖVP und Grüne haben die Verantwortung hier lange genug hin- und hergeschoben. Nun liegt ein Vorschlag zur Herkunftskennzeichnung auf dem Tisch, die Umsetzung ist längst überfällig. Unterm Strich haben beide etwas davon: Die zusätzliche Angabe würde heimische Landwirte stärken und die Klimabilanz aufbessern, weil weniger energieintensive Produkte aus Übersee nachgefragt würden. Erfährt der Konsument, dass das Rind auf seinem Teller aus der Ukraine stammt und mit brasilianischem Gen-Soja gefüttert wurde, greift so mancher wahrscheinlich doch zum Würstel des steirischen Bauern.

Das Argument des Handels und der Gastronomie, dass Fleisch zum Luxusgut werde, hinkt. Durch die Angabe verschwinden Billighendlhaxen nicht aus dem Regal. Konsumenten erhalten aber eine wichtige Entscheidungsgrundlage. (Nora Laufer, 1.4.2021)

 

Die Presse Online am 25.04.2021:
Wie viel Österreich in “Made in Austria” steckt
Heimische Gütesiegel, die „Österreichische Qualität“ versprechen, sind oft irreführend. Warum steirisches Kernöl aus China kommt und heimische Fischfillets aus Italien.
Dass die FFP2-Masken von Hygiene Austria ursprünglich in China produziert werden, sorgte in den vergangenen Tagen für Irritationen. Die vermeintlich österreichischen Masken sind aber längst nicht die einzigen Produkte, wo Österreich drauf steht, in Wahrheit aber kaum Österreich drinnen steckt. Tatsächlich lässt sich der Ursprung eines Produktes in einer globalisierten Welt mit arbeitsteiligen Fertigungsprozessen in den meisten Fällen eben nicht auf ein bestimmtes Herkunftsland reduzieren. Aber freilich, „Made in Austria“ verkauft sich besser als „Made in China“.

Die rotweißrote Herkunfts-Kennzeichnung schmückt hierzulande mehr Produkte, als es in anderen Ländern üblich wäre. Der Verweis auf den österreichischen Ursprung eines Produktes geschieht häufig durch die Angabe „Made in Austria“ oder das „Austria Zeichen“, das von der Wirtschaftskammer vergeben wird. Dies bedeutet allerdings nicht, dass das Produkt tatsächlich zur Gänze in Österreich gefertigt wurde oder seine Rohstoffe zu 100 Prozent aus Österreich kommen. …

siehe auch:

https://www.derstandard.at/story/2000123605033/warum-strengere-herkunftskennzeichnung-fuer-fleisch-zu-scheitern-droht?ref=rss

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In der Tierfabrik – Einfühlsamer Artikel von Florian Klenk im Falter

“Sind Sie jetzt geschockt?”

Er kastriert Ferkel ohne Narkose und schlägt auf seine Schweine ein. Tierschützer filmen ihn heimlich dabei. Dann erschrickt der Bauer über sich selbst. Zu Besuch bei einem Schweinezüchter, der sich erstmals die Systemfrage stellt

REPORTAGE UND FOTOS: FLORIAN KLENK
 

Das Video ist 26 Sekunden lang. Es zeigt eine Obststeige, gefüllt mit Ferkeln. Männer in Overalls heben sie aus der Kiste und schneiden ihnen den Ringelschwanz und die Hoden ab. Ohne Betäubung. Die Männer sind ruhig und routiniert, sie plaudern, während sie ihr Werk verrichten. Sie wirken, als würden sie Gemüse putzen.

David Richter, ein Aktivist des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), hat das Video zugespielt bekommen und mir gemailt. Normalerweise klicke ich grausame Tierschützervideos weg und verdränge sie. Weil ich aber gerade ein Buch über Bauern schreibe, habe ich genauer hingesehen. Je öfter ich das Video betrachte, je mehr Details ich erkenne, desto ratloser lässt es mich zurück.

Was ist zu sehen? Ein Mann packt die Tiere an den Hinterbeinen, durchtrennt den Ringelschwanz mit einem glühenden Draht. Der Gesetzgeber erlaubt dieses “Kupieren” nur in Ausnahmefällen, etwa wenn Schweine sich aufgrund der Enge im Stall den Schwanz abbeißen. Hier in dieser Halle ist es eng, daher darf das Schwein auch noch verstümmelt werden.

Das Kastrieren: Der Bauer steckt das Ferkel in einen Metallständer, sodass die Schnauze nach unten schaut. Mit einem Skalpell schneidet er den Hodensack auf, schält beide Hoden heraus, wirft sie wie Kirschkerne auf den Boden. Die Ferkel haben höllische Schmerzen, das ist wissenschaftlich erwiesen. Wie Elefanten, Delfine und Primaten können sich Schweine übrigens im Spiegel erkennen, sie sind intelligenter als Hunde.

Der Verein gegen Tierfabriken, vor vielen Jahren zu Unrecht als kriminelle Organisation verfolgt, ist eine bei vielen Bauern regelrecht verhasste Organisation. Das hat einen guten Grund: Der VGT dokumentiert die Hinterbühne der Fleischproduktion, er stellt jene Bilder her, die Agrarindustrie und Supermarktwerbung mit hohem Werbeaufwand von uns fernhalten. Auch das Video, das David Richter schickte, wurde von heimlich versteckten Kameras aufgenommen. Hinter Neonlampen hatten sie Aktivisten mit Kabelbindern fixiert.

Wer in Bauernzeitungen blättert, findet immer wieder Berichte über diese neuen Methoden der Tierwohl-Aktivisten. Manche schwindeln sich als Praktikanten in Betriebe, um dort Kameras zu verstecken. Sie beschädigen nichts, sie stehlen nichts, darum ist ihr Tun auch nicht gerichtlich strafbar, sondern nur als Besitzstörung zivilrechtlich ahndbar. Die ÖVP will diese Form der heimlichen Bildbeschaffung bestraft wissen, die Bauern halten es für einen Eingriff in ihr Privatleben. Im Verwaltungsrecht ist das Betreten der Schweinefabriken durch Unbefugte verboten.

Die Tierschützer aber betonen, ihre Arbeit sei durch die Pressefreiheit gedeckt.

Noch etwas ist wichtig: Der Bauer wird nicht geoutet, seine Familie nicht identifizierend an den Pranger gestellt. Nur so viel gibt der VGT bekannt: Der Mann sei in Jugendjahren Mitglied der ÖVP-Landjugend gewesen. Er habe gegen das Verbot von Kastenständen und Vollspaltenböden demonstriert, jenen mit Exkrementen verunreinigten Betonböden mit Ritzen, durch die Schweine ihren Kot drücken.

Der VGT hat mir nicht nur das Video gemailt, sondern 50 weitere Fotos aus dieser Tierfabrik. Eines zeigt eine rote Mülltonne auf der Rückseite der Halle, sie quillt von toten Ferkeln über. Das Foto zeigt nichts Verbotenes, sondern die staatlich subventionierte Normalität, wie mir Schweinezüchter später erklären. Rund 500 Ferkel jährlich landen allein hier auf diesem Hof im Müll, zehn Prozent Ausschuss, das ist heute die Norm. Man stelle sich vor, das wäre eine Welpenzucht.

Die Körper der weggeworfenen Ferkel sind ein Bild sinnlosen Sterbens. Als ich das Foto auf Facebook poste, wird es von Facebook abgedeckt und mit einer Triggerwarnung versehen, es zeige “Gewalt oder sensible Inhalte”.

Es gibt noch weitere Bilder. Eine Frühgeburt verwest im Kot seiner Mutter, die im sogenannten “Kastenstand” so beengt liegt, dass die Gitterstäbe in den fetten Körper drücken. Ein anderes Tier hat eine faustgroße Eiterbeule am Kopf, eine schmerzhafte Zahnentzündung, wie ich später lerne. Einem Schwein hängen die Gedärme aufgrund eines Bruchs so stark nach unten, dass sie am Spaltenboden streifen.

Die Fotos zeigen aufgerissene Schnauzen, eitrige Klauen, blutige Wunden. Die Neugeborenen verletzen sich gegenseitig im Überlebenskampf, weil die Muttersauen zu wenige Zitzen haben für ihren Wurf, eine Folge von Überzüchtung. Ein Foto, das mir der VGT-Chef Martin Balluch schickt, zeigt eine Schachtel mit dem Hormonpräparat Chorulon, das die Sauen bekommen, damit sie öfter brünstig sind und noch mehr Ferkel werfen. 20 Ferkel pro Sau pro Jahr wurden früher ” produziert”, erzählt mir der mittlerweile zum Veganer bekehrte pensionierte Amtstierarzt Rudolf Winkelmayer. Jetzt sind es 30 Ferkel pro “Gebärmaschine” pro Jahr. Nach vier Jahren ist die Sau ” ausgeschieden”: Die Jungtiere haben zwei Kilo Geburtsgewicht, schon nach drei Monaten Vormast etwa 30 Kilo und nach sechseinhalb Monaten ein Schlachtgewicht von einem Zentner Die Bilder zeigen aber auch die Verrohung des Menschen. Ein Video zeigt den Bauern, wie er ein Schwein tritt und dann mit einem Paddel auf den Kopf schlägt.

Als der VGT all das vorvergangene Woche veröffentlichte, blieb die Diskussion aus, wie immer. Dabei sind zwei Fragen offen: Wieso behandeln wir die Tiere so? Was sagt der Bauer auf dem Video dazu?

Der Hof war nicht schwer zu identifizieren. Der Bauer heißt in dieser Geschichte Johann Meier. Er wollte ursprünglich seinen vollen Namen nennen, dann entschieden wir uns, dass er zum Schutz seiner Kinder anonymisiert wird. Auf Facebook posiert er vor einer fröhlichen Bauernhofkulisse mit seiner Familie. Ich rufe ihn an, er hebt wider Erwarten ab. Er kenne mich aus den Medien, er habe meine Rettungsaktion des Bauernhofs von Christian Bachler und mein Praktikum beim “Wutbauern” verfolgt.

Ich frage ihn: “Reden wir?” Er sagt: “Reden wir.”

 

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Zeitschrift- und Online-Medium “Falter” seriös,innovativ und zeitkritisch

Die 1977 gegründete, mit mehreren Auszeichnungen prämierte, unabhängige Wochenzeitschrift Falter erscheint jeden Mittwoch.
Unter den Chefredakteuren Armin Thurnher und Florian Klenk werden zusätzlich zur Print- und Online-Ausgabe “Der Falter” mehrere Newsletter angeboten, seit 26. März ganz neu der von Herrn Benedikt Narodoslawsky gestaltete, sehr informative Nachhaltigkeits-Newsletter falter.natur.

Als Leseprobe wird der am 04.04.2021 erschienene FALTER:natur #3 vorgestellt:

https://www.falter.at/zeitung/20210413/gelingt-das-rot-weiss-rote-wunder

Die Leitartikel von Herrn Armin Thurnher sind jedesmal ein Erlebnis.

Herr Florian Klenksetzt sich unermüdlich und kritisch für die Behebung von politischen Missständen ein.
Unter vielen Themen wie Flüchtlingsfragen, Innenpolitik erlangte er Aufmerksamkeit, als er unkonventionell beim Bergbauern Christian Bachler am Hof mitarbeitete und erfolgreich eine Spendenaktion für den überschuldeten Hof initierte.
Nunmehr gehen ihm die Missstände bei den Massentierhaltungen unter die Haut, er führte ein stundenlanges Gespräch mit einem Schweinehalter und wird die Inhalte in kürze veröffentlichen.

Man darf gespannt sein!

Falter Nr. 16/21:
“Die verpasste Chance”
“Sind Sie jetzt geschockt”

 

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Erntehelfer – in Wirklichkeit moderne Sklaven

Legner: Skandalöse Haltung von Österreich und vor allem von der Landwirtschaftsministerin  und einiger anderer EU-Staaten zum geplanten EU-Kürzung von Förderungen, falls gesetzliche Vorschriften nicht eingehalten werden.

Stefan Schulmeister auf Twitter:
In Südeuropa werden Erntehelfer wie Sklaven gehalten. EU-Parlament: Förderung nur, wenn gesetzl. Mindeststandards gelten. Österr. Ministerin: Nein. Sie möchte die Lage lieber erst “intensiv betrachten”. Also: Weitere 7 Jahre Ausbeutung. Türkis-christlich-sozial.

https://radiothek.orf.at/oe1/20210324/631575/1616566451000

Das Parlament in Österreich beschließt am 25.03.2021 einstimmig, dass Erntehelfern bei ihrer Arbeit Wasser zur Verfügung gestellt werden muss.
Anmerkung von Legner: “Welch ein Hohn, beschämend.

 

Weitere Links:
https://noe.orf.at/stories/3066662/

https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2/1211/ZIB-2/14086636/Skandaloese-Arbeitsbedingungen-fuer-Erntehelfer/14889877

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Wie der Mensch neue Pandemien produziert

SARS, Schweinegrippe, MERS, Ebola und Covid-19 sind Epidemien des 21. Jahrhunderts. Ihre Gemeinsamkeit: Die Erreger haben sich von Tieren auf den Menschen übertragen. Laut eines neuen Berichts von Forschenden ist das vermehrte Aufkommen sogenannter Zoonosen kein Zufall – der gegenwärtige Lebensstil der Menschheit sei dafür verantwortlich. Doch wie befeuert unser Konsum das Risiko für Pandemien?
https://www.mdr.de/wissen/studie-zoonosen-durch-umweltzerstoerung-100.html

 

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Stoppen Sie den Agrar-Deal!

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

Appell

Europäische Politiker*innen planen, ein Todesurteil für die Natur zu unterzeichnen. Die letzten Verhandlungen über das große Landwirtschaftspaket laufen. Umweltschädigende Agrarkonzerne würden für die kommenden Jahre Milliarden erhalten. Ich fordere Sie dringend auf, dieses Abkommen zurückzuziehen und eine neue Agrarpolitik vorzuschlagen, die unserer Gesundheit und der Natur zugute kommt.

Beispiel einer fehlgeleiteten industrialisierten Landwirtschaft!!

https://act.wemove.eu/campaigns/agrar-deal-stoppen

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Lesebrief im Falter 4/21 auf den Artikel “Menschenrecht auf Billigschnitzi?” von G. Pölsler

Irgendwie wird das Rind den Stempel “Klimakiller” nicht mehr los. Auch weil man mit den “Kuhfürzen” ein lustiges, aber inhaltlich falsches Bild verankert hat.

Das hochklimawirksame Gas Methan entsteht nicht im Darm, sondern als “Ausatemprodukt” der Milliarden Bakterien im Vormagensystem der Wiederkäuer. Die Gase werden ausgerülpst. Diese in mehreren zehntausend Jahren evolutionär perfektionierte Wiederkäuerverdauung von Gras gibt uns die fantastische Möglichkeit, jene weltweit 3,4 Milliarden Hektar Gras-und Grünland, also Flächen, auf denen kein Ackerbau möglich ist, für die Proteinversorgung der Menschheit zu nutzen. Aktuelle Studien belegen, dass sich, unter der Bedingung der reinen Fütterung auf Grasland, alle Umweltindikatoren sogar verbessern würden. Auch der Ausstoß von Klimagasen würde sich um 18 Prozent verringern.
Konkret werden wir also nicht nur weniger Fleisch essen müssen, sondern, wenn schon, dann von Rindern, die ohne Getreide gehalten wurden. Das erzeugt allerdings höhere Kosten.

Die bisherigen Rahmenbedingungen und die Mindeststandards erlauben es bzw. zwingen fast schon dazu, Fleisch als Massenprodukt so billig herzustellen. Nur die Biolandwirtschaft geht konzeptionell einen anderen Weg und fokussiert auf Qualitätsproduktion. Die gesetzlichen Biovorgaben samt strengen Kontrollen stellen Tierwohl sicher. Das tut allen gut und gefällt fast allen. Gar nicht gefällt offenbar, dass umfassende Qualität auch ihren Preis hat. Biofleisch ist rund dreimal so teuer -man könnte auch wertvoll sagen -wie “die Aktion”, und die Kaufbereitschaft sackt auf einen Marktanteil von unter fünf Prozent ab. Ein Menschenrecht auf Billigschnitzel gibt es nicht, sondern es gibt die Pflicht, in Obhut genommene Tiere gut zu halten.
DI  REINHARD GESSL Wien 1

Anmerkung von DI Legner:
In diesem Zusammenhang sind Antworten auf folgende 10  Fragen zu finden:
1. Warum wird das Rind als genialer Wiederkäuerr nicht artgerecht  intensiv mit Kraftfutter gefüttert?  Prof.Dr. Alfred Haiger.”Wer hat die Kuh zur Sau gemacht?”
2. Warum werden in den 2 ackerstärksten Bundesländer OÖ und NÖ über 51 % der Rinder gehalten, großteils in Ställen auf Ackerfutterbasis samt Sojaeiweiß?
3. Warum wird auf Milchkuhalmen soviel Kraftfutter eingesetzt?
4. Warum gibt es so wenig Mastochsenhaltung, Vorbild Steiermark?
5. Warum nimmt das neue ÖPUL-Programm sowenig Rücksicht auf die drohende Klimakatastrophe?
6. Warum wird die kleinstrukturierte Landwirtschaft nur für die Werbung missbraucht?
7. Warum wird der Name “Regionalität”  und das AMA-Gütesiegel so gepuscht, obwohl sie wenig über Qualität aussagen?
8. Warum arbeitet  die “heilige Dreieinigkeit” nicht stärker mit konstruktiven NGO`s oder der Opposition zusammen?
9. Warum wird in der aktuellen Wintertagung so wenig auf Innovation gesetzt?
10. Warum wird nicht erkannt, dass die Landwirtschaft ein Schlüsselressort darstellt, global mit allen vier Lebenselementen zusammenarbeitet, sich langfristig nicht industrialisieren lässt?

Diese Fragen versucht der Blogbetreiber mit vielen Beiträgen zu beantworten. Auch in der Vorlesungsunterlage Alpwirtschaft 2016 sind grundlegende Infos enthalten.

Siehe auch:
https://alpwirtschaft.com/2020/12/20/gesundheitlicher-mehrwert-und-die-sonderwirkung-von-almmilch-und-almfleisch-am-beispiel-ungesaettigter-fettsaeuren/

https://alpwirtschaft.com/2020/12/15/die-kuh-ist-richtig-gefuettert-kein-klimakiller/

Folgend der Artikel von Frau Gerlinde Pölser im Falter 3/21 :

„Lesebrief im Falter 4/21 auf den Artikel “Menschenrecht auf Billigschnitzi?” von G. Pölsler“ weiterlesen

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Green Deal schmeckt den Bauern gar nicht

Hans Gmeiner in der Salzburger Nachrichten am 21.01.2021

WIEN. “Wir sind auf jeden von euch angewiesen, um mit innovativen Ideen und dem Willen zu Veränderung den europäischen Green Deal auch für die Landwirtschaft zum Antriebsmotor zu machen.” Nicht einmal die Tatsache, dass EU-Kommissar Johannes Hahn bei der diesjährigen Agrar-Wintertagung des Ökosozialen Forums die Bauern bei der Ehre zu nehmen versuchte, vermochte bei den heimischen Agrariern zu verfangen.

 

„Green Deal schmeckt den Bauern gar nicht“ weiterlesen

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