Klimafreundliche Landwirtschaft in der Schweiz

Saure Gülle, Kohle im Acker

Die Landwirtschaft muss ihren Treibhausgas-Ausstoß reduzieren. Im neuen CO₂-Gesetz steht davon aber nichts. Dabei wissen die Schweizer Bauern längst, wie das geht.
Klimafreundliche Landwirtschaft: Bei nachhaltiger Landwirtschaft haben einige Schweizer Bauern derzeit die Nase vorn.
Bei nachhaltiger Landwirtschaft haben einige Schweizer Bauern derzeit die Nase vorn. © Reuters

Am Anfang stand der Neid auf die Natur. “Plötzlich sprachen alle hier nur noch über die Thurauen”, sagt Toni Meier. Also über das größte Auengebiet im Schweizer Mittelland mit seinen Bibern und Eisvögeln, das seit den späten Nullerjahren renaturiert wurde. “Vom Weinbau oder dem Spargelanbau, für den das Weinland bekannt ist, war keine Rede mehr”, sagt Meier, der in Flaach, wo die Thur in den Rhein mündet, einen Bio-Hof bewirtschaftet. Also sagten sich er und zehn seiner Kollegen: Das muss sich ändern!

 

Schon damals merkten die Landwirte im Norden des Kantons Zürich, dass sich ihre Umwelt veränderte. Die Trockenperioden wurden länger, die Niederschläge intensiver. Der Klimawandel war Realität. Und weil Meier und seine Kollegen wussten, dass die Landwirtschaft in der Schweiz für 14 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, und weil das Bundesamt für Landwirtschaft bereits im Jahr 2011 in seiner Klimastrategie schrieb, dass auch die Bauern ihren CO₂-, Methan- und Lachgas-Ausstoß senken müssen, beschlossen die Landwirte im Flaachtal: Wir werden Klima-Bauern. “Wir wollten zeigen, wie das geht, bevor uns der Staat irgendwelche Vorschriften macht”, sagt Meier.

Die Landwirte gründeten 2012 einen Verein mit dem kryptischen Namen AgroCO₂ncept und drei konkreten Zielen: Sie wollten 20 Prozent weniger Treibhausgase ausstoßen, die Erträge um 20 Prozent erhöhen und die Kosten um 20 Prozent senken. Heute machen 22 Höfe mit, vom Bio- bis zum Hochleistungsbetrieb. Sie gelten weltweit als Pioniere und empfingen schon Besucher aus China und Russland.

Die Landwirtschaft ist in der Schweiz für 83 Prozent der Methan- und 61 Prozent der Lachgasemissionen verantwortlich. Methan, das 25-mal klimaschädlicher als CO₂ ist, entsteht vor allem in der Milch- und Viehwirtschaft, wenn die Wiederkäuer rülpsen und der Hofdünger gelagert wird. Lachgas, das 300-mal klimaschädlicher ist als CO₂, entweicht aus den Böden und entsteht vor allem, wenn Dünger ausgebracht wird.

 

Anders als für die Industrie, für die Gebäude oder für den Verkehr, gibt es für die Landwirtschaft in der Schweiz allerdings keine staatlichen Klimaziele. Auch im neuen CO₂-Gesetz, über das die Bürgerinnen und Bürger am 13. Juni abstimmen werden, wird die Landwirtschaft ausgeklammert. Dabei hat sich das Land ein Netto-null-Ziel bis 2050 gesetzt, und Bauern wie Toni Meier zeigen seit Jahren, wie man auf dem eigenen Hof weniger klimaschädliche Gase in die Atmosphäre bläst – ohne dabei als Unternehmer zu verlumpen.Im Jahr 2012 verursachte Meier mit seinem Hof insgesamt 58 Tonnen Treibhausgase. Heute sind es noch zwölf Tonnen; wobei, und das ist wichtig, er kein Vieh besitzt. “Sonst hätte ich das nicht geschafft.” Was hat er denn verändert auf seinem Betrieb? “Viele kleine Dinge”, sagt Meier. “Ein Bauernhof ist wie ein Uhrwerk: Zahlreiche Rädchen greifen ineinander, da kann man nicht einfach an einer einzigen Schraube drehen – und gut ist.” Deshalb ärgert sich der Bio-Bauer, der Weizen, Gersten, Futter-Erbsen, Mais und Sonnenblumen anbaut, sowohl über die Landwirtschaftspolitik des Bundes und dessen Direktzahlungssystem als auch über den Vorschriftenkatalog von Bio Suisse. Sie alle seien auf Einzelmaßnahmen fixiert. Auch wenn es um die Reduktion von Treibhausgasen gehe. Man müsse aber die Klimabilanz über den ganzen Betrieb oder noch besser über eine ganze Region betrachten. “Ein flexibler Betrieb hat viel eher Erfolg, als wenn ihm genau vorgeschrieben wird, was er zu tun hat”, sagt Meier.

 

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Landwirtschaftsministerium stoppt Gesetz für klimafreundlichere Landwirtschaft

Österreich

Profil, 4.12.2021:

 


Statt dem geplanten umfassenden “GAP-Grundsätzegesetz” wird es nur Novellen bestehender Gesetze geben.

Das sogenannte GAP-Grundsätzegesetz wird es nicht geben. Es sollte den rechtlichen Rahmen für die nationale Umsetzung und Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) bilden, die derzeit einer Reform unterzogen wird. So hatte es Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) stets kommuniziert.

Anmerkung Legner: LM Elisabeth Köstinger hat in der Umsetzung wenig übrig für KleinlandwirtInnen und Biologische Betriebe und unterstützt wie ihr ehemaliger Chef und sehr Vertraute BK kurz mehr die Großbetriebe. Sie hätte sollen besser zurücktreten, hat jedoch wie ihr Gesalbter keine besondere Ausbildung.
Landwirtschaftskammer, Bauernbund und Raiffeisen, das unheilige Dreiergespann, zeigen weinig innovationen, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern!

Siehe Artikel Klimafreundliche Landwirtschaft in der Schweiz
https://alpwirtschaft.com/wp-admin/post.php?post=932&action=edit

https://www.profil.at/oesterreich/landwirtschaftsministerium-stoppt-gesetz-fuer-klimafreundlichere-landwirtschaft/401829499

 

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Agrarökologie kühlt den Planeten!

Landworkers' Alliance auf der COP 26 in Glasgow

Sechs Kernforderungen zur Rolle der kleinbäuerlichen Landwirtschaft in der Klimakrise

Letzte Woche ist die COP 26 der Vereinten Nationen in Glasgow zu Ende gegangen. Auf der Konferenz wurde über den internationalen Umgang mit der Klimakrise verhandelt. Die Landworkers‘ Alliance hat sich in Glasgow als Mitgliedsorganisation der La Via Campesina für Ernährungssouveränität und Agrarökologie als wirksame Lösungen in der Klimakrise eingesetzt. Wir haben ihre Positionen auf der COP auf Deutsch übersetzt und zusammengefasst.

„Das industrielle Landwirtschaftsmodell hat zu weit verbreiteter Umweltverschmutzung, gefährlichen CO2-Emissionen und einem starken Verlust an biologischer Vielfalt geführt. Doch es gibt Alternativen – es fehlt nur der politische Wille zur Umsetzung.“, so die Landworkers‘ Alliance in ihrer Aussendung zur COP 26. „Zu lange wurden wir Bauern und Bäuerinnen als Teil des Problems behandelt. Es ist an der Zeit, dass wir als Teil der Lösung anerkannt werden.“

Das bedeutet, dass alle Kleinbäuern und -bäuerinnen, Hirt*innen, migrantische und prekäre Arbeiter*innen, Landlose und indigene Gemeinschaften als direkt Betroffene tagtäglich Entscheidungen über Lösungen in der Klimakrise treffen.

„Wir brauchen jetzt einen klimagerechten Wandel der Landwirtschaft. […] Agrarökologie spielt eine zentrale Rolle bei der Schaffung eines kohlenstoffarmen Agrar- und Lebensmittelsystems und bei der Anpassung an die Auswirkungen der Klimakrise.“

Sechs Kernforderungen der Landworkers‘ Alliance zu falschen Versprechen und echten  Lösungen für die Landwirtschaft in der Klimakrise:

 Kohlenstoffkompensation statt -reduktion birgt die Gefahr, dass alles weiterläuft wie bisher… oder dass es schlimmer wird…

Die Fokussierung auf Programme zur Kohlenstoffkompensation als Mittel zur Erreichung von Netto-Null-Emissionen lenkt von der dringenden Notwendigkeit ab, schädliche Emissionen an ihrer Quelle der Verursachung zu reduzieren. Wir brauchen einen klaren Plan, wie wir die Emissionen deutlich reduzieren und gleichzeitig einen sozial gerechten Übergang in der Energieversorgung sicherstellen können.

  1. „Klima-smarte Landwirtschaft” – einschließlich Bioenergy Carbon Capture and Storage Schemes (BECCS) und gentechnisch veränderter Organismen (GVO) – sind falsche Lösungen für die Klimakrise.

Es hat sich gezeigt, dass großflächige, monokulturelle Plantagen zur Kohlenstoffbindung verheerende ökologische und soziale Auswirkungen haben. Technofix-“Lösungen” wie GVOs – die mit Risiken behaftet sind – dienen lediglich dazu, die Kontrolle der Konzerne über unsere Lebensmittelsysteme noch weiter auszubauen.

  1. Wir brauchen Ansätze zur Nutzung von Land, die Naturschutz und Landwirtschaft verbinden.

Pläne zur Intensivierung der Landwirtschaft, damit wir mehr Nahrungsmittel auf weniger Land produzieren können, um „Land für die Natur zu sparen” („land sparing“), basieren auf einer falschen Logik. Stattdessen sollten wir agrarökologische Modelle der Landwirtschaft verfolgen, in denen Natur und weitgehend unberührte Gebiete in produktive und vielfältige Landschaften integriert, und die Kluft zwischen menschlichen und nicht-menschlichen ökologischen Systemen überbrückt werden („land sharing“).

  1. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet die Integration von Bäumen in lebendige und produktive Kulturlandschaften.

Die verstärkte Pflanzung von Bäumen muss mit den Zielen der sozialen Gerechtigkeit in Einklang stehen. Großflächige Monokulturen untergraben hingegen agrarökologische Landwirtschaftssysteme und eine nachhaltige Forstwirtschaft. Wenn Baumpflanzungen gut geplant und durch Agroforstwirtschaft und Waldbewirtschaftung geschickt in produktive Landschaften integriert würden, könnten wir enorme ökologische, klimatische und soziale Vorteile erzielen.

  1. Tiere in der Landwirtschaft sind ein wichtiger Bestandteil agrarökologischer Systeme.

Agrarökologische Tierhaltungssysteme und Weidewirtschaft sind nicht mit industriellen Tierhaltungssystemen gleichzusetzen und verursachen nicht den gleichen Schaden in Form von Treibhausgas-Emissionen, Umweltverschmutzung und Zerstörung von Wäldern für die Futtermittelproduktion. Wir plädieren daher für eine geringere, aber qualitativ bessere und nachhaltige Tierhaltung und dafür, dass Bauern und Bäuerinnen die richtige Unterstützung erhalten, damit sie ihre Tiere gut und innerhalb der lokalen ökologischen Grenzen halten können.

  1. Die Zukunft liegt in lokalen Lebensmittelsystemen.

Lange Lieferketten im industriellen Maßstab tragen nicht nur erheblich zu den CO2-Emissionen bei, sondern untergraben durch internationale Freihandelsabkommen auch die regionale Lebensmittelproduktion und die Lebensgrundlage lokaler Lebensmittelproduzent*innen. Wir setzen uns dafür ein, dass Regierungen lokale Lebensmittelsysteme unterstützen, um Emissionen zu reduzieren und die Resilienz der Ernährungssysteme zu stärken.

Übersetzung: Lisa Francesca Rail

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Aufruf: Mahnfeuer für berg- und kleinbäuerliche Landwirtschaft am 8.12.2021

Much: Förderungen auf den größten Haufen

“Wir werden verheizt” – Der aktuelle GAP-Entwurf gefährdet berg- und kleinbäuerliche Existenzen!

Macht mit bei der bundesweiten Aktion!

Mit Mahnfeuern in ganz Österreich setzen wir daher am Mittwoch, den 8.12.2021 ab 17 Uhr ein Zeichen für sichere Einkommen in der berg- und kleinbäuerlichen Landwirtschaft. 

Wir fordern…

.. eine doppelte Förderung der ersten 20 ha, finanziert durch eine Umverteilung und eine Erhöhung der Ausgleichszulage (Bergbauernförderung);

.. eine doppelte Prämie für Weidehaltung und eine Prämie für die flächengebundene Haltung von Raufutterverzehrern, gedeckelt bei 30 RGVE;

.. eine eigene, gut dotierte Maßnahme zum abgestuften Wiesenbau und Maßnahmen für weite und langjährige Fruchtfolgen.

Unsere wertvolle Arbeit muss sich lohnen! Nur dadurch kann es vielfältige Kulturlandschaften auch in Zukunft geben! Es braucht sichere Einkommen für klein- und bergbäuerliche Höfe! Wir brauchen eine gerechte und ökologische GAP und die Gleichstellung der Geschlechter! 

Jetzt wird über die Zukunft der GAP entschieden, setzen wir gemeinsam ein Zeichen für unsere Zukunft: 

Seid dabei und entzündet ein Mahnfeuer auf eurem Hof! 

So können wir unsere Anliegen auch im Lockdown und in Zeiten der Pandemie gemeinsam mit der Familie und der Hofgemeinschaft sichtbar machen! Nehmt Kontakt mit regionalen Medien auf, erzählt von der Aktion und unseren Forderungen und dokumentiert die Aktion!

Kontakt für Rückfragen: mahnfeuer@viacampesina.at oder +43 650 68 888 69

Hashtags: #esbrenntdahuad #wirwerdenverheizt #mahnfeuerfürdielandwirtschaft
Facebook-Event: https://fb.me/e/1hCawfvVH

Begleittext mit detaillierten Forderungen. (folgt in Kürze – Link pdf Dokument)

Leitfaden und Tipps zum Mitmachen. (Link pdf Dokument)

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FAO: Lebensmittel sind so teuer wie seit 10 Jahren nicht mehr 03.12.2021

FAO: Lebensmittel sind so teuer wie seit 10 Jahren nicht mehr

Weiz
Getreide ist 23,2% teurer als vor einem Jahr (Foto: CC0)

Die monatlich erscheinenden Pressemitteilungen der Welternährungsorganisation FAO zur Entwicklung der globalen Lebensmittelpreise warteten dieses Jahr nicht mit guten Nachrichten auf. Sie zeigten nur einen Trend – und der ging steil bergauf.

Nun verkündete die FAO am Donnerstag mit den neusten Zahlen für November erneut einen traurigen Rekord: Die Weltmarktpreise für die wichtigsten Agrarerzeugnisse waren im letzten Monat so hoch wie schon seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der FAO Food Price Index, der die Preise von international gehandelten Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln gebündelt in 5 Warengruppen abbildet, erreichte im November 134,4 Punkte. So hoch war der Wert seit Juni 2011 nicht mehr, als der Index bei 135 Punkten lag, und er ist nicht mehr weit entfernt vom bisherigen Höchststand mit 137,6 Punkten im Februar 2011. Damit liegt der aktuelle Wert auch deutlich über den 132,5 Punkten im Juni 2008, als die Welt gerade den Höhepunkt der Lebensmittelpreiskrise mit Protesten und Hungerrevolten erlebt hatte. Die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse lagen im November um 1,2% über dem Niveau des Vormonates. Seit Anfang des Jahres haben die Preise insgesamt um 32,5 % angezogen.

Das Preishoch im November ist der FAO zufolge vor allem einer höheren Nachfrage nach Weizen und Milchprodukten geschuldet. Der Teilindex für Milchprodukte legte im Vergleich zu Oktober um 3,4% zu. Das führen die Expert*innen vor allem auf eine starke Importnachfrage nach Butter und Milchpulver zurück sowie schwindende Lagerbestände in einigen wichtigen Erzeugerländern in Westeuropa. Der Getreidepreisindex kletterte seit Oktober um 3,1 Prozentpunkte und lag 23,2% höher als im November letzten Jahres. Weizen war so teuer wie seit Mai 2011 nicht mehr, da eine starke Nachfrage einer verknappten Verfügbarkeit gegenübersteht. Das hat unter anderem auch mit schlechten Ernteaussichten in Australien zu tun, da Regenfälle den Landwirten einen Strich durch die Rechnung machten. Der Index für Zucker notierte 1,4% höher als im Oktober und lag 40% über dem Wert von November 2020. Der Index für Pflanzenöl hingegen sank leicht um 0,3%, war aber auch schon im Oktober auf einem Höchststand. Und auch der Index für Fleisch ließ leicht um 0,9 Prozentpunkte nach.

Die FAO veröffentlichte zudem die neusten Prognosen für die diesjährige Getreideproduktion: Insgesamt 2,791 Milliarden Tonnen Getreide werden voraussichtlich 2021 weltweit geerntet werden, ein neuer Rekordwert und ein Plus von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings schätzen die Expert*innen, dass auch die Verwendung von Getreide deutlich anziehen wird mit 2,81 Milliarden Tonnen. Dadurch werden die Lagerbestände um 0,9% abnehmen, doch die FAO spricht noch von einer „insgesamt komfortablen Verfügbarkeitslage“. Besorgniserregender ist allerdings die Ernährungslage in vielen Ländern der Welt. Konflikte und Dürren verschärfen die Situation in Ländern, die ohnehin schon von Ernährungsunsicherheit gebeutelt sind, vor allem in Ost- und Westafrika. Die FAO gibt an, dass aktuell 44 Länder weltweit auf externe Hilfe und Lebensmittellieferungen angewiesen sind. Davon liegen 33 in Afrika und 9 in Asien. (ab)

https://www.weltagrarbericht.de/aktuelles/nachrichten/news/de/34510.html

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Offener Brief der ÖBV-Via-Campesina zur GAP

Anlässlich der Petition „Arbeitsplätze und Einkommen in der Landwirtschaft sichern – Doppelte Förderung der ersten 20 ha!“ hat die Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung (ÖBV) heute einen offenen Brief an BM Köstinger, an alle Landwirtschaftskammerpräsident_innen und Agrarreferenten der Bundesländer geschickt.

Diese Forderung unterstützen 4.323 Personen, viele davon selbst direkt betroffene Bäuerinnen und Bauern, sowie die Ortsbauernausschüsse aus Angath und Rossbach. Nach Jahrzehnten des Höfesterbens und dem Abbau von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft ist es an der Zeit, eine Trendwende einzuleiten. Die aktuelle Reform der GAP und die Neuverteilung von Steuergeldern bietet eine historische Chance, die landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zukunftsfähig zu gestalten. Gemeinsam fordern wir Bundesministerin Köstinger, die Agrarlandesrät_innen und alle Funktionäre und Funktionärinnen der landwirtschaftlichen Interessenvertretung auf, folgende Maßnahme umzusetzen: Die doppelte Förderung der ersten 20 ha landwirtschaftliche Nutzfläche finanziert durch eine gerechtere Umverteilung innerhalb der Direktzahlungen.

„Wir stehen an einer entscheidenden Weggabelung: Wenn wir in Österreich weiterhin eine kleinteilige, vielfältige Landwirtschaft haben wollen, dann ist eine Umverteilung unbedingt notwendig. Die große Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich würde von dieser Maßnahme profitieren.“ so Ludwig Rumetshofer von der ÖBV. Mit dieser Umverteilung im österreichischen GAP-Strategieplan kann ein wesentlicher Schritt gesetzt werden, um die bäuerlichen Familienbetriebe zu unterstützen. Aus folgenden Gründen ist eine Umverteilung hin zu den kleinstrukturierten Betrieben besonders sinnvoll und sollte jetzt umgesetzt werden:

Die Einkommen sind in kleineren Betrieben wesentlich niedriger. Demgegenüber haben große Betriebe mit viel Fläche zusätzlich deutliche Vorteile bei Skaleneffekten und Ein- und Verkäufen. Größere Betriebe haben höhere Förderungen und müssen zugleich pro Hektar weniger Sozialversicherung zahlen. Dies erhöht zugleich den Druck auf Pachtpreise und verschärft das Einkommensgefällte. Weil wir mehr Bauern und Bäuerinnen für einen lebendigen ländlichen Raum mit guten Arbeitsplätzen brauchen. Die Gesellschaft will eine kleinstrukturierte Landwirtschaft und diese soll auch gefördert werden. In Kombination mit einer Junglandwirteförderung ist das ein echtes Signal: Landwirtschaft hat Zukunft! Weil die Bewirtschaftung kleinerer Feldstücke die Artenvielfalt und Ökologie, sowie die Landschaftsvielfalt fördert und durch viele verschiedene Höfe eine Nutzungsvielfalt mit vielen positiven Effekten entsteht: andere Schnittzeitpunkte, unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Anbau- und Erntezeitpunkte und damit Vielfalt in der Landschaft und gute Arbeitsplätze.  Weil eine kleinteilige und vielfältige Agrarstruktur besonders gut in der Lage sind, mit den Risiken durch die Klimakrise umzugehen und eine nachhaltige und resiliente Versorgung zu sichern.

„Die doppelte Förderung der ersten 20 Hektar hat breiten Rückhalt unter den Bauern und Bäuerinnen und in der Gesellschaft. Wir fordern die verantwortlichen Agrarpolitiker_innen auf nun Taten zu setzen: Für mehr Gerechtigkeit, Arbeitsplätze und sichere Einkommen in der Landwirtschaft und in den ländlichen Räumen!“ so Rumetshofer abschließend.


https://blickinsland.at/offener-brief-der-oebv-zur-gap/

https://www.viacampesina.at/

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AMA

 
 
 
Sebastian Bohrn Mena auf Twitter am 14.07.2021
 
Es sollte kein Steuergeld mehr für die Förderung des Mindeststandards ausgegeben werden. Auch nicht in Form dieser Werbung durch die #AMA, die kaum an Zynismus übertroffen werden kann. Das AMA-“Gütesiegel” muss dringend reformiert werden, von Grundauf!

 
Anmerkung: Der Text im AMA-Werbefoto ist nichtssagend und eine Beleidigung von LEBENSmittel und Tierwohl

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Offener Brief der ÖBV-Via-Campesina zur GAP

Anlässlich der Petition „Arbeitsplätze und Einkommen in der Landwirtschaft sichern – Doppelte Förderung der ersten 20 ha! hat die Österreichische Berg- und Kleinbäuer_innen Vereinigung (ÖBV) heute einen offenen Brief an BM Köstinger, an alle Landwirtschaftskammerpräsident_innen und Agrarreferenten der Bundesländer geschickt.

Diese Forderung unterstützen 4.323 Personen, viele davon selbst direkt betroffene Bäuerinnen und Bauern, sowie die Ortsbauernausschüsse aus Angath und Rossbach. Nach Jahrzehnten des Höfesterbens und dem Abbau von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft ist es an der Zeit, eine Trendwende einzuleiten. Die aktuelle Reform der GAP und die Neuverteilung von Steuergeldern bietet eine historische Chance, die landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zukunftsfähig zu gestalten. Gemeinsam fordern wir Bundesministerin Köstinger, die Agrarlandesrät_innen und alle Funktionäre und Funktionärinnen der landwirtschaftlichen Interessenvertretung auf, folgende Maßnahme umzusetzen: Die doppelte Förderung der ersten 20 ha landwirtschaftliche Nutzfläche finanziert durch eine gerechtere Umverteilung innerhalb der Direktzahlungen.

„Wir stehen an einer entscheidenden Weggabelung: Wenn wir in Österreich weiterhin eine kleinteilige, vielfältige Landwirtschaft haben wollen, dann ist eine Umverteilung unbedingt notwendig. Die große Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich würde von dieser Maßnahme profitieren.“ so Ludwig Rumetshofer von der ÖBV. Mit dieser Umverteilung im österreichischen GAP-Strategieplan kann ein wesentlicher Schritt gesetzt werden, um die bäuerlichen Familienbetriebe zu unterstützen. Aus folgenden Gründen ist eine Umverteilung hin zu den kleinstrukturierten Betrieben besonders sinnvoll und sollte jetzt umgesetzt werden:

Die Einkommen sind in kleineren Betrieben wesentlich niedriger. Demgegenüber haben große Betriebe mit viel Fläche zusätzlich deutliche Vorteile bei Skaleneffekten und Ein- und Verkäufen. Größere Betriebe haben höhere Förderungen und müssen zugleich pro Hektar weniger Sozialversicherung zahlen. Dies erhöht zugleich den Druck auf Pachtpreise und verschärft das Einkommensgefällte. Weil wir mehr Bauern und Bäuerinnen für einen lebendigen ländlichen Raum mit guten Arbeitsplätzen brauchen. Die Gesellschaft will eine kleinstrukturierte Landwirtschaft und diese soll auch gefördert werden. In Kombination mit einer Junglandwirteförderung ist das ein echtes Signal: Landwirtschaft hat Zukunft! Weil die Bewirtschaftung kleinerer Feldstücke die Artenvielfalt und Ökologie, sowie die Landschaftsvielfalt fördert und durch viele verschiedene Höfe eine Nutzungsvielfalt mit vielen positiven Effekten entsteht: andere Schnittzeitpunkte, unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Anbau- und Erntezeitpunkte und damit Vielfalt in der Landschaft und gute Arbeitsplätze.  Weil eine kleinteilige und vielfältige Agrarstruktur besonders gut in der Lage sind, mit den Risiken durch die Klimakrise umzugehen und eine nachhaltige und resiliente Versorgung zu sichern.

„Die doppelte Förderung der ersten 20 Hektar hat breiten Rückhalt unter den Bauern und Bäuerinnen und in der Gesellschaft. Wir fordern die verantwortlichen Agrarpolitiker_innen auf nun Taten zu setzen: Für mehr Gerechtigkeit, Arbeitsplätze und sichere Einkommen in der Landwirtschaft und in den ländlichen Räumen!“ so Rumetshofer abschließend.

https://www.viacampesina.at/

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Oekoreich – aufgedeckt: Glyphosat in Nudeln & Billigfleisch im Regal

Exklusiv: Fällt Österreich beim Fleisch zurück?

In Deutschland haben die großen Lebensmittelhändler kürzlich angekündigt, das Fleisch aus den untersten Haltungsformen aus den Regalen zu nehmen. Das deutsche Mindestniveau entspricht aber auch dem AMA-Standard. Wird es in österreichischen Supermärkten daher künftig eine schlechtere Qualität als in Deutschland geben? Wir haben bei SPAR, BILLA und HOFER nachgefragt. Alle Antworten gibts jetzt exklusiv bei oekoreich.

Fleisch: Standards in deutschen Supermärkten künftig höher als in Österreich?

Mehrere deutsche Handelskonzerne sorgten in den vergangenen Wochen für Aufsehen: Die niedrigen Stufen 1 & 2 in der Tierhaltung, die lediglich den untersten gesetzlichen Standard abbilden, sollen eigenen Angaben zufolge mittelfristig gänzlich aus ihrem Sortiment verschwinden. Mittlerweile ist geradezu ein Wettbewerb unter den deutschen Multis ausgebrochen, wer schneller und konsequenter auf Fleisch aus Massentierhaltung verzichtet. Dabei übertrumpfen sich diese sowohl was die Standards bei Eigenmarken betrifft als auch was die Listung von Frischfleisch grundsätzlich angeht.

Da sehr viel deutsches Fleisch nach Österreich importiert wird, insbesondere Schweinefleisch, hängen die Märkte traditionell eng zusammen. Oft wird beim Preis für Schweinefleisch von Seiten der Branche damit argumentiert, dass die österreichische Börsennotierung sich am deutschen Marktpreis orientiere, der den gesamteuropäischen Markt dominiert. Die Haltungsbedingungen in Österreich entsprechen zudem weitestgehend den deutschen, Unterschiede bestehen lediglich bei den Betriebsgrößen.

Eine Zeitenwende hat begonnen

Es gibt Entwicklungen, deren Beginn erkennt man erst im vollen Umfang im Rückblick. So wird es uns wohl auch bei der Frage der Weiterentwicklung der Landwirtschaft gehen. Die Konsumgewohnheiten der Menschen haben sich nicht erst seit Corona dramatisch geändert, eine Dynamik ungeahnten Ausmaßes ist im Lebensmittel-Bereich seit Monaten spürbar.

Die Politik reagiert darauf wie gewöhnlich mit Verzögerung, die Konzerne sind da stets schneller, immerhin gehts um ihren Profit. Der Tabubruch in Deutschland, der in Wahrheit nicht mit der Ankündigung von Aldi & Co begonnen hat, sondern mit den Reformvorschlägen der “Borchert-Kommission”, hat ein ganzes Gebirge ins Rollen gebracht.

Es geht jetzt nicht mehr darum möglichst viel und möglichst günstig zu produzieren, sondern Lebensmittel so zu erzeugen, dass die Tiere dabei nicht gequält, natürliche Lebensräume gewahrt und kleinbäuerliche Strukturen erhalten bleiben. Warum? Weil es hierbei mittlerweile auch um die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder geht.


Anmerkung Legner: Es bewahrheitet sich wieder, dass die sogenannte “AMA-Qualität”, weiters auch das Schlagwort “Regionalität” hauptsächlich ein Marketing-Gag ist!
Setzen Sie daher auf Bio-Qualität, saisonal und regional erzeugt.

https://www.oekoreich.com/medium/fleisch-standards-in-deutschen-supermaerkten-kuenftig-hoeher-als-in-oesterreich?mc_cid=1421e10768&mc_eid=fe13f467bf

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Island setzt auf 4-Tage-Woche: Fast 9 von 10 Isländern können jetzt kürzer arbeiten

Island hat die 4-Tage-Woche getestet – es ist der größte Versuch weltweit. Er war so erfolgreich, dass jetzt 86 Prozent der isländischen Beschäftigen eine Arbeitszeitverkürzung oder die Möglichkeit dazu bekommen haben. Denn der Island-Versuch hat gezeigt: Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn macht die Beschäftigten glücklicher, gesünder und produktiver – und rechnet sich wirtschaftlich.

Ein Prozent aller isländischen Beschäftigten hat kürzer gearbeitet

Auf Druck der Gewerkschaften und der Zivilgesellschaft haben der Stadtrat von Reykjavík und die isländische Regierung 2015 das weltweit größte Experiment zur Arbeitszeitverkürzung gestartet. Vier Jahre lang haben 2.500 Beschäftigte aus über 100 Unternehmen statt 40 im Schnitt nur 35 oder 36 Stunden gearbeitet. All das bei vollem Lohn. Der Versuch war so erfolgreich, dass nun generell die Arbeitszeitregelungen geändert wurden.

Der Versuch umfasste über ein Prozent der gesamten Erwerbsbevölkerung Islands und unterschiedliche Berufsgruppen. Kinderbetreuungs- und Pflegeeinrichtungen waren genauso Teil des Versuchs wie Krankenhäuser, Schulen, Servicezentren oder Büros in der Stadtverwaltung. Das betraf klassische Nine-to-Five-Jobs, aber auch Schichtarbeit. Nach wissenschaftlicher Begleitung und zweijähriger Auswertung der Ergebnisse ist überdeutlich, dass eine generelle Arbeitszeitverkürzung nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll ist.

https://kontrast.at/island-4-tage-woche/

„Island setzt auf 4-Tage-Woche: Fast 9 von 10 Isländern können jetzt kürzer arbeiten“ weiterlesen

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