Heumilchwirtschaft ist Weltkulturerbe – tirol.ORF.at

https://tirol.orf.at/stories/3248204/ 09.03.2024

Heumilchwirtschaft ist Weltkulturerbe

Die Vereinten Nationen haben die heimische Heuwirtschaft als erstes „landwirtschaftliches Kulturerbe“ von globaler Bedeutung im deutschsprachigen Raum anerkannt. Samstagnachmittag gab es dazu einen Festakt in Salzburg. Die Arbeitsweise hat in Tirol einen großen Stellenwert.

Die FAO, die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, würdigt landwirtschaftliche Systeme, die seit Generationen von Bäuerinnen und Bauern entwickelt wurden, um Lebensmittel bereitzustellen, alte Traditionen zu bewahren und natürliche Ressourcen zu schützen.

 

Für das Weltkulturerbe sind bestimmte Kriterien zu erfüllen: Es muss ein einzigartiges landwirtschaftliches Produktionssystem sein, das räumlich abgegrenzt und dessen Erhalt für die Zukunft essenziell ist. Als Voraussetzung gilt unter anderem der geschichtliche Hintergrund eines Gesamtsystems, das sich ständig weiterentwickelt. „Ein landwirtschaftliches Weltkulturerbe muss eine weltweite Bedeutung als Modell für eine nachhaltige Landwirtschaft haben, die ein wertvolles Erbe darstellt. Die traditionelle Heuwirtschaft im österreichischen Alpenbogen erfüllt diese Kriterien in herausragender Weise. Sie gilt als das erste landwirtschaftliche Weltkulturerbe im deutschsprachigen Raum“, sagt Yoshihide Endo von der FAO beim Festakt in Salzburg mit rund 800 Gästen.

Verleihung Weltkulturerbe Heumilch Salzburg
ARGE Heumilch
Yoshihide Endo (FAO), Karl Neuhofer (Obmann ARGE Heumilch), Christiane Mösl (Geschäftsführerin ARGE Heumilch) und Bundesminister Norbert Totschnig (ÖVP) (v.l.n.r.)

Tirol als Vorreiter in Sachen Heumilch

Die Heumilch ist als Weltkulturerbe gleichauf mit dem Parmaschinken oder dem Champagner. Mitorganisiert wird das Erfolgskonzept von Innsbruck aus. Die ARGE Heumilch hat hier ihren Sitz. Die Heumilchwirtschaft ist die ursprünglichste Form der Milcherzeugung. Heumilchkühe bekommen frische Gräser und Kräuter im Sommer und Heu im Winter. Auf vergorene Futtermittel wie Silage wird gänzlich verzichtet. Als Basis gilt Dauergrünland, also Wiesen, Weiden und Almen, die auf natürliche Weise mindestens fünf Jahre ohne einen Umbruch zu einem Acker für die Futtergewinnung genutzt werden.

Die ARGE Heumilch…

…vereinigt ca. 7.000 Heumilchbäuerinnen und Bauern, sowie mehr als 70 Molkereien, Käsereien, Sennereien und Vermarkter in Österreich und dem Allgäu. Die Mitglieder der ARGE arbeiten nach strengen Normen, deren Einhaltung von unabhängigen, staatlich zertifizierten Stellen kontrolliert wird. Aktuell werden pro Jahr ca. 590 Millionen Kilogramm Heumilch gesammelt.

Dazu kommen einige weitere Qualitätsvorgaben. Tirol ist bei der Heuwirtschaft stark vertreten, sagt die Geschäftsführerin der ARGE Heumilch, Christiane Mösl. Was die Menge betreffe, ist „Tirol das stärkste Heumilch-Bundesland. Unsere Verarbeiter sammeln rund 158 Millionen Kilogramm, fast 50 Prozent der gesamten Milchmenge falle in Tirol auf Heumilch.“

Heumilch vor allem für die Käserei

Heumilch hat seit dem Jahr 2016 einen in ganz Europa geltenden Produktschutz. Dazu kommt das österreichische Heumilch-Regulativ. Dass die Wirtschaftsweise bis heute praktiziert wird, sei nicht nur den kleinen Strukturen mit familiengeführten Höfen in den Bergregionen, sondern vor allem der großen Käsetradition zu verdanken. Christiane Mösl: „Wir kommen ganz klassisch aus dem Käsebereich, weil Heumilch die Spezialmilch für die Käserei ist. Sie hat eine sehr hohe Güte, um daraus Rohmilch-Hartkäsespezialitäten wie einen Tiroler Bergkäse zu produzieren.“

Von der am Samstag gefeierten Würdigung erwartet man sich viel: „Wir bekommen dadurch natürlich auch internationale Sichtbarkeit und werden die Heumilch mit dieser Auszeichnung wieder über die Grenzen hinaus bekannter machen können“, sagt die Geschäftsführerin der ARGE Heumilch, Christiane Mösl.

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2.14 Almbewirtschaftung ÖPUL 2023 ENTWURF | Landwirtschaftskammer Österreich

https://www.lko.at/2-14-almbewirtschaftung-%C3%B6pul-2023-entwurf+2400+3587363

Anmerkung Legner:

1  zur Förderungsverpflichtung:

„Die natürliche Futtergrundlage auf der Alm muss für die aufgetriebenen RGVE ausreichend sein. Zulässig ist dabei eine Ausgleichsfütterung mit Heu, Mineralstoffergänzung und Kraftfutter. Die Beweidung muss über einen wesentlichen Teil des Tages erfolgen.“

Dazu ist festzustellen, dass diese Formulierung sehr ungenau ist und kaum kontrolliert werden kann. Es sind teilweise hochlaktierende Kühe auf der Alm, die mit starken Kraftfuttergaben (bis zu 10 kg/Tag) gefüttert werden.

Im Vergleich dazu haben die Schweizer und Liechtensteiner in der Almverordnung eine genau kontrollierbare Obergrenze von je 100 kg Kraftfutter und Heu je Almsaison erlaubt. Früher waren in den Almregionen die Abkalbungen auf den Herbst konzentriert, dadurch waren die Kühe auf der Alm in der zweiten Laktationshälfte bzw. in der Trockenstehzeit.

Eine weitere Folge der starken Zufütterung ist feststellbar, dass nicht mehr die ganze Almfutterfläche beweidet wird, einerseits auf den Gunstflächen  eine Übernutzung und Überdüngung stattfindet, andererseits die Randflächen der Alm extensivieren und mit Sträuchern zuwachsen.

Eine Fördermaximierung findet statt, wenn oft gute Almen nur mehr  in der Mindestalmzeit von 60 Tagen bestoßen werden und die im letzten Absatz formulierten  Weideverschlechterungen auftreten.

Im folgenden sollen die Ergebnisse eines Tastversuches bezüglich Omega-3-Gehaltes in der Milch auf einer Alm in Tirol mit verschiedenen Kraftfuttergaben bei gleicher Almweide, eines intensiven Milchviehbetriebes mit über 10.000 kg Milch Stalldurchschnitt und von Biobetrieben in der Gemeinde Hatzenstädt im Bezirk Kufstein.

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Webinar „Klimawandelanpassung in der Almwirtschaft“ – 18.02.2022

    

 Im Rahmen dieses Webinars als Teil der Bildungsoffensive multifunktionale Almwirtschaft des LFI Österreich werden Aspekte der Klimawandelanpassung näher beleuchtet.                    

Der Klimawandel hat zunehmend einen starken Einfluss auf die Almwirtschaft. Ein früherer Beginn der Vegetation und ein allgemein stärkeres Pflanzenwachstum erfordern eine Anpassung im Weidemanagement. Auch die Artenzusammensetzung wird durch das Klima beeinflusst. Darüber hinaus entstehen durch zunehmende Trockenheitsphasen häufig Probleme hinsichtlich der Aufrechterhaltung einer ausreichenden Wasserversorgung für die Menschen, das Weidevieh und die Vegetation auf den Almen.

Moderation:

DI Markus Fischer, LFI Österreich

Termin: 

18. Februar 2022

Zielgruppe:

Almbewirtschafterinnen und Almbewirtschafter, interessierte

  Programm        

08:45 Uhr:          Einstieg in Zoom und Technik-Check

09:00 Uhr:          Anmoderation und Begrüßung

09:15 Uhr:          Vortragsblock I Almen im Klimawandel – Forschungsergebnisse aus einer 20-jährigen Vergleichsstudie,            Dr. Thomas Guggenberger, HBLFA Raumberg-GumpensteinDas magische Dreieck der Almbewirtschaftung als Anpassung an die klimatischen Veränderungen           DI Siegfried Steinberger, LFL Grub

       Diskussion und Fragen

ca 10:40 Uhr:     Pause 

10:50 Uhr:          Vortragsblock IIMögliche Auswirkungen des Klimawandels auf Standort und Biodiversität           Dr. Andreas Bohner, HBLFA Raumberg-GumpensteinWasserversorgung und Wassermanagement auf den Almen, Projekte in der Schweiz           Daniel Mettler, AGRIDEA

      Diskussion und Fragen

12:30 Ende

    Anmeldung bis 16.02.2022                     

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